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Im wesentlichen versucht K. in dem interessanten Buch eine Metaphysik der Triebe. Er bringt dabei Bewußtsein und Triebleben in engen genetischen Zusammenhang, meint „kein
appetitus, kein Triebleben und keine Sinnlichkeit jenseits des Bewußtseins“, ja er stellt den Satz auf „das Bewußtsein ist seinem Wesen nach appetitio, Bedürfnis und Hunger“. Er gerät so mit den Lehren der Psychoanalyse in Konflikt, kann den Unterschied zwischen bewußt und unbewußt nur graduell, nicht systematisch gelten lassen und bestreitet die Autonomie des Unbewußten. Er muß dabei allerdings Zuflucht in eine Unterscheidung gewußt — ungewußt nehmen.
Eine ausgreifende Polemik gegen die Psychoanalyse, der er im übrigen anerkennend und verständnisvoll gegenübersteht, richtet sich gegen die Todestrieblehre. Diese paßt sich freilich seiner Systementwicklung wenig an. Für sein System muß als Tendenz der Tod dem Leben „ein Auswärtiges, ein Anderes, ein Fremdes, ein Transzendentes“ sein. Die analytische Klinik, die Freud zur Spekulation über das destruktive Triebgeschehen nötigte, bleibt dabei freilich außer acht oder wird vom Verfasser nicht gekannt.
In vieler Beziehung, so in der Aufrollung des Lust-Unlustproblems, in der Aufstellung der Schichtung des Bewußtseins, in der Stufung von Affektionsvermögen über Vorstellung, Einbildungskraft zu Denkvermögen und in manchem anderen gibt das Buch reichlich Anregungen.
R. Sterba (Wien)