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Die vorliegende „Anthropologie“ hat nichts mit Rassenforschung oder Schädelmessung zu tun, sondern beschäftigt sich mit der „begrifflich klärenden Entfaltung einer Idee vom Menschen aus seiner Selbstauffassung auf einer bestimmten Stufe seiner Menschlichkeit“ (pag. 9). Sie zielt auf eine „Gesamtauffassung des Menschen von sich selbst“ und „ist wohl nicht zu trennen von der Grundfrage nach der Eigenart philosophischer Erkenntnis überhaupt, von der Besinnung der Philosophie auf ihr eigenes Recht und Wesen, das weder Wissenschaft noch Kunst, noch Religion, sondern eben Philosophie ist“ (pag. 13).
Der Analytiker, der von seiner praktisch gerichteten Psychotherapie herkommt, hat es nicht leicht, in diese Arbeit einzudringen, wenn er nicht eine gewisse Vorbildung oder Vorliebe für philosophische Probleme bereits mitbringt. Er wird aber gerne eine Höhenwanderung mitmachen, die ihm den Überblick über so verschiedene Geistesgebiete verschafft, unter denen die Analyse Freuds und ihre Ergebnisse mit respektvoller Anerkennung genannt und verwandt werden. „Insbesondere aber hat sich, vor allem im Gefolge der Lebensarbeit Freuds, eine die seelische Wirklichkeit verstehende Psychologie entfaltet, die nicht bloß der Fachwissenschaft angehört, sondern aus der Gesamtsituation des Menschen unserer Zeit nicht mehr fortzudenken ist“ (pag. 10).
Im ersten Teile forscht der Autor nach einem „Prinzip des Menschtums, das den Menschen mindestens abheben soll von Pflanze und Tier überhaupt“ (pag. 16), um zu einem Wesensbegriff des Menschen vorzudringen, und sucht so die Unterscheidung des empirischen Gattungsbegriffes von seinem Wesensbegriff an Hand von Michelangelos „Schöpfung des Menschen“ (Deckenmalereien der Sixtinischen Kapelle in Rom) zu erläutern. Er sagt: „Die Frage nach dem Ursprung des Menschen ist hier verstanden und im Bildsymbol beantwortet. — Was stellt er uns dar? Eben noch ist Adam ein Tier gewesen, nun ist er ein Mensch, da Gott die Hand zu ihm hingestreckt hat. — Nun ist er wi