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Statt eines Vorwortes dienen der Einführung des Lesers klug gewählte Zitate — von Luther bis Jespersen. Einer dieser Sprüche kann die Beziehung von Storfers neuestem Buch zur Psychoanalyse beleuchten: „Die Ableitung führt ….. auf das Bedeutende des Wortes und stellt manches Gehaltvolle wieder her …“ (Goethe). Wir alle kennen die Rolle des Wortes, der Wortwahl und der geheimen Wortbedeutung für das Unbewußte des Menschen, aber erst die Lektüre dieses Buches wird für die Weite und Eigenart der Frage hellhörig machen. Denn wie sich geschichtliche Tatbestände in Wort- und Spruchentstehung verketten, wie hinter sinnentleertem Sprachgebrauch der Sinn von gestern steht, wird hier mit doppelter Meisterschaft berichtet.
Die Sicherheit und Gefügtheit des etymologischen Wissens ist erstaunlich — wer im Bewußtsein zufälliger Vertrautheit mit einem Einzelfall der Wortgeschichte nachprüfen zu können meint, wird beschämt und bewundernd die Vollständigkeit und die Umsicht der Abhandlungen rühmen — und die Darstellungsart ist fesselnd und reizvoll. Diese Lebendigkeit ist aber nicht allein schriftstellerischer Gewandtheit zu danken, sondern mit der Auffassung gegeben, die S. seinem Gegenstand entgegenbringt.
Schon die Wahl der etwa 150 Wörter und Redensarten spricht für die Absicht nach Lebensnähe. Da stehen Dialektausdrücke verschiedenster Herkunft (Knorke, doof, aufdröseln, o. k.) neben Redensarten (Federlesens machen, unter einer Decke stecken, sein Schäfchen ins Trockene bringen) und alten und neuen Terminis (Husar, Dumdum, Grubenhund) und in jedem Falle werden neben den richtigen auch die falschen Erklärungsversuche vorgebracht und in ihrer Entstehung erläutert. In die den einzelnen Wörtern gewidmeten Abschnitte sind jeweils zugehörige Exkurse eingeschaltet, deren einer über „witzige Verschmelzungswörter“ unmittelbar an Freuds Buch über den Witz anknüpft. Aber die Grundeinstellung ist nicht nur hier die des Psychologen: immer wieder ist der Leitgedanke zu merken, die Brücke von de