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Πολλοί σε μισήσουσιν
αν σαυτὸν φιλῇ ς
Der Mythos von dem göttergleichen Griechenjüngling, der, im Spiegel eines klaren Teiches sein eigenes Bild erspähend, von betörender Liebe zu sich selbst erfaßt wird und keinen anderen Ausweg findet, als daß er den zwischen Drang und Erfüllung bestehenden Konflikt mit dem eigenen Tode löse, dieser zum schönsten Sagengut des unsterblichen Griechentums zählende Mythos durchwandert seit Jahrhunderten in ewiger Jugend die poetische Welt aller Nationen. Manchen von den Dichtern, bei denen er auf diesem Wege durch die Zeiten und Völker freundliche Einkehr hielt, ist er zu so lebendigem inneren Erlebnis geworden, daß sie selbst einen Teil seines Wesens in sich wiederfanden, daß sie zu Trägern und Eignern einer seelischen Haltung wurden, die man nicht anders denn als Narzißmus bezeichnen konnte. An die Fersen der Sage und Dichtung sodann hat sich noch immer und überall die Schar der Erklärer geheftet. So auch hier. Aber es ist ein durchaus nicht erhebendes Schauspiel zu sehen, wie die vielfältigen Deutungen und Sinngebungen des Narzißbegriffs sich gegenseitig verneinen und ausschließen, wie immer wieder der Verfechter einer neuen alle älteren, sei es ausdrücklich oder implizite, als unwahrscheinlich oder veraltet oder unmöglich oder verrückt, je nachdem, ablehnt und beiseite schiebt. Manche Erklärer leiten den Narzißmythos von einem uralten primitiven Regenzauber her, andere sehen in ihm nur die Idee des frühen Dahinwelkens aller Schönheit, andere erkennen ihn als Spielart des Aberglaubens vom bösen Blick, andere meinen, er sei nur die Symbolisierung kalter Selbstliebe, andere halten dafür, daß er eine warnende Abwehr der Feindseligkeit gegen die Knabenliebe sei, andere nehmen ihn für das abschreckende Beispiel eines törichten Hinopferns der Seele um des Leibes willen, andere begreifen ihn als eine sinnbildliche Einkleidung der wmterlichen Jahreszeit oder eine dämonologische Verkörperung der Ruhe und des Todes, ande