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Die erogenen Zonen sind nach Freud die Quellen der Sexualtriebe.2 über die Natur und Wirkungsweise dieser wichtigen Organe scheint aber sowohl bei Freud wie in der ganzen psychoanalytischen Literatur eine unklare Zweideutigkeit zu herrschen, die nicht ohne gewisse Konsequenzen für die Triebtheorie geblieben ist.
Zunächst ist die erogene Zone „ein Organ oder eine Körperstelle, die sexuell erregende Reize ins Seelenleben schickt“.3 In zwei verschiedenen Weisen wird nun dieser Vorgang heschrieben: Einmal entstehe die Erregung dadurch, daß die erogene Zone sensibel gereizt werde;4 die erogene Zone wird hier als Sinnesorgan, Rezeptor (s. unten) aufgefaßt. An vielen anderen Stellen aber wird der Vorgang so vorgestellt, als ob die erogenen Zonen chemische Stoffe produzieren und dadurch erregende Reize ins Seelische schicken: „Erregungen zweierlei Art werden geliefert, die in Differenzen chemischer Natur begründet sind.“5 „Es ist unbekannt, ob dieser Vorgang regelmäßig chemischer Natur ist oder auch der Entbindung anderer, z. B. mechanischer Kräfte entsprechen kann.“6 Das besagt, daß die erogene Zone eine inneuekretorische Funktion ausübe. Und zwar ist eben die letztere Auffassung die in der psychoanalytischen Literatur allgemein anerkannte.7
Welche von diesen doch sehr verschiedenen Auffassungen ist nun die richtige, oder sind heide richtig? — Denken wir an die erogenen Zonen in concreto, so sehen wir sofort, daß jedenfalls die erste Auffassung richtig sein muß: Die Genitalien, der Mund, der After, die Brüste, die Haut, sie bewirken alle Sexualerregung dadurch, daß sie in irgendeiner geeigneten Weise gereizt, sensorisch gereizt werden. Dasselbe gilt auch für die anderen Sinnesorgane, für den Gesichts-, Gehörs- und Geruchssinn; das alles sind erogene Organe; ebenso der Gleichgewichtssinn und wahrscheinlich jeder Rezeptor des Organismus.
Wie ist es mit der anderen Auffassung? Produzieren diese erwähnten, unzweifelhaft erogenen, Zonen wirklich chemische Sexuals