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Ursprünglich strebte die Psychoanalyse die Aufklärung pathologischer Erscheinungen an. Mit dem Fortschreiten unseres Wissens ergab sich jedoch, daß „Normalität“ keineswegs ein einfaches Phänomen sei, sondern ebenso erforscht zu werden verdiene, wie die ungewöhnlichsten Erkrankungen. Es gibt kaum ein Kind, das nicht an Angst oder gewissen neurotischen Symptomen leidet; die meisten Erwachsenen jedoch sind von diesen Symptomen frei, weil sie die kindliche Angst auf irgendeine Weise verarbeitet haben. Die Normalität des Erwachsenen ist somit eine geglückte Verarbeitung der neurotischen Schwierigkeiten des Kindes: Um also das Endprodukt der Normalität zu verstehen, müssen wir die krankhaften Phänomene kennen und wissen, wie sie normalerweise verarbeitet werden.
Das gleiche gilt auch für die Sozialpsychologie. Es genügt nicht, die pathologischen Phänomene der Gesellschaft zu studieren, wir müssen auch erforschen, wie sie ihre „Normalität“, ihre gesunde Struktur, erzielt hat. Ähnlich wie die höchsten Leistungen des Erwachsenen sich von einfachen kindlichen Tätigkeiten und Interessen ableiten, haben auch die besten Errungenschaften unserer Kultur sehr primitive Wurzeln. Es besteht manche Analogie zwischen der Entwicklung des einzelnen und der Gesellschaft, manche Ähnlichkeit zwischen der Psyche des kleinen Kindes und des primitiven Menschen. Beide werden zeitweilig von überwältigender Angst beherrscht.
„In Korea halten die Geister alle Himmelsgegenden und jeden Zoll Erde besetzt. Sie lauern den Menschen entlang der Wege, in den Bäumen, auf den Felsen, in den Bergen, in den Tälern, in den Strömen auf. Sie spionieren ohne Unterlaß, Tag und Nacht … Sie sind immer um ihn herum, vorne, hinten, sie fliegen über seinen Kopf hin, sie rufen ihn aus dem Erdinnern heraus an. Selbst in seinem eigenen Haus findet er keine Zuflucht: die Geister sind auch noch da, im Gips der Mauern, im Gebälk an den Wänden … Ihre Anwesenheit an allen Orten ist eine häßliche Parodie auf die Allwesenheit Got