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Seit der Einführung des Todestriebes durch Freud in „Jenseits des Lustprinzips“ hat sich eine einheitliche Auffassung über die Natur dieser Triebgattung innerhalb der psychoanalytischen Schule nicht durchzusetzen vermocht. Noch immer gibt es Forscher, die diese Konzeption Freuds glauben ablehnen zu müssen, während Freud die grundsätzliche Bedeutung seiner „dualistischen Trieblehre“ gerade in seinen letzten Schriften mehr und mehr betont hat. Ein in der Bemühung um Klärung der strittigen Fragen unternommener Versuch wird stets von der Einführung des Begriffs eines Todestriebes in „Jenseits des Lustprinzips“ ausgehen müssen. Sind es doch einerseits die dort angestellten Erwägungen, zum anderen die „sadistischen Beiträge zum Eros“, auf denen nach Freuds eigenem Zeugnis1 die Lehre vom Todestrieb ruht.
Die Ableitung des Todestriebes aus der Tatsache des Wiederholungszwanges sei der entscheidenden Bedeutung wegen, die diesem Gedankengange Freuds in den folgenden Ausführungen zukommt, kurz nach „Jenseits des Lustprinzips“ referiert:
Nachdem Freud die Existenz eines Wiederholungszwanges an verschiedenen Beispielen aufgewiesen und ihn als eine der ursprünglichsten seelischen Reaktionsweisen herausgehoben hat, stellt er die prinzipielle Frage, auf welche Art denn das Triebhafte mit dem Zwang zur Wiederholung zusammenhänge? Freuds Antwort lautet: Wiederholung ist Wiederherstellung eines früheren Zustandes, und eben diese Tendenz, einen früheren Zustand wiederherzustellen, erklärt uns die Art des Zusammenhanges zwischen Triebhaftem und Wiederholung. Es sei nämlich ein allgemeiner Grundcharakter alles Triebhaften, nach Wiederherstellung von Früherem zu tendieren, also etwas früher Gewesenes zu wiederholen. Nachdem Freud diese „konservative Natur der Triebe“ an verschiedenen biologischen Erscheinungen demonstriert hat, zieht er die Konsequenz: das Ziel aller Triebe könne, da ja die lebende Substanz aus der früher allein vorhanden gewesenen anorganischen Materie entstanden sei, nur