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Unserem Thema hat zwar Freud ein Kapitel seiner „Neuen Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ gewidmet, die wissenschaftliche Legitimität des Gegenstandes ist aber auch Psychoanalytikern, die sich ihm genähert haben, noch zweifelhaft. Ich möchte betonen, daß meines Erachtens an der Existenz telepathischer Erscheinungen zu zweifeln, heute entweder von Unkenntnis der Tatsachen oder von Parteinahme zeugt. Man benimmt sich der Telepathie gegenüber wie in jenem berühmten Andersenschen Märchen, in dem ein Kaiser in einem „für die Dummen unsichtbaren“ Kleide ausgeht. Niemand will der erste sein, der beschreibt, was er sieht, jeder fürchtet sich, als dumm zu gelten. Ich denke, daß viele von der Existenz telepathischer Erscheinungen überzeugt sind und auch persönlich Beweise dafür haben mögen; aber die Befürchtung, man könnte ihnen Fixierungen an kindliche Denkungsarten vorwerfen, d. h. vorwerfen, daß sie die Welt als magisch belebt ansehen, nimmt fast jedem die Neigung, seine Überzeugung kundzutun. Wer sich von diesem Gebiete bisher ferngehalten hat, kann sich an Hand einer reichen Literatur Aufklärungen verschaffen. Ich möchte vor allem auf die neuere Arbeit von W. F. Prince, „The Sinclair Experiments Demonstrating Telepathy“,2 hinweisen, die einen sorgfältigen Bericht über die wichtigsten Versuchsreihen, sowie eine Bibliographie enthält.
Ich werde im folgenden Fälle von Telepathie während der Analyse, die sogenannten „telepathischen Träume“, und Fälle von telepathischer Übertragung im Wachzustande (mit besonderer Berücksichtigung der sogenannten „telepathischen Halluzinationen“) behandeln.
Über telepathische Erscheinungen während der Analyse haben mehrere Psychoanalytiker Mitteilungen veröffentlicht.
Helene Deutsch3 nimmt grundsätzlich die Möglichkeit der Telepathie an; in den Fragen der Telepathie während der Analyse unterscheidet sie die telepathischen Erscheinungen von Vorkommnissen, die aus der analytischen Situation selbst entspringen können. Wie Fr