You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Von den Philosophen und Psychologen ist bisher die Tatsache, daß es nicht nur außerhalb des Körpers einen Raum gibt, sondern auch einen, den der Körper selbst einnimmt, nur sehr unzulänglich beachtet worden. Das Bild des Körpers hat seine Ausdehnung im Raum und schließt schon Raumwahrnehmung in sich. Ohne einen äußeren Raum ist ein Körperraum schlechthin sinnlos. Wenn wir von Narzißmus sprechen, dürfen wir nicht vergessen, daß sowohl ein äußerer Raum wie der Raum des Körpers die notwendige Grundlage für die Entfaltung narzißtischer Tendenzen bilden.
Dieser primitive Raum ist wahrscheinlich weniger einheitlich als der entwickelte Raum. Der primitive Raum ist rings um die Körperöffnungen angeordnet und hat so verschiedene Mittelpunkte. Der narzißtische Raum kann durch die bei Meskalinintoxikationen beobachteten Raumerlebnisse gekennzeichnet werden. Ich lasse hier einen Bericht von Mayer-Gross2 folgen:
„Der ‚eigene Raum‘ ist schwer zu schildern, er ist mir jetzt selbst nicht mehr klar und war es wohl auch im Versuche nicht. Ich kann also die eigentliche Raumvorstellung kaum näher beschreiben, sondern nur Einzelheiten geben. Es war ein Raum von ganz anderen, d. h. größeren Dimensionen. Die Farben-Phänomene spielten sich in diesem Raum ab, und wenn sich dabei Bewegungsvorgänge abspielten, etwa irgendetwas aus der Tiefe heranschoß, so kam es eben aus diesem Weltall. Trotzdem schien es mir nicht schwer, es mit meiner Hand zu erreichen, wenn ich es aber wirklich versuchte, dann merkte ich, daß die Hand im normalen Raum lebte. Der Raum war nicht grundsätzlich anders als der normale, er hatte eben alle Dimensionen. Aber es fehlte ihm als Ausgangspunkt die Beziehung zu mir, ich hätte also nicht sagen können, über, unter, rechts oder links von mir. In dem Raum bestand das Gesetz der Schwerkraft nicht, ebenso bestanden keine begrenzbaren Entfernungen. Wenn ich etwa einen Reiz, z. B. einen Stich oder ein Geräusch, da angeben wollte, wo ich ihn empfand, so fuhr ich mit meiner Hand i