You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In diesem aus zwei Pariser Vorträgen des Autors entstandenen Aufsatz gibt B. eine formal ausgezeichnete und inhaltlich sehr umfassende Darstellung der psychologischen Anschauungen von Rank, mit denen er sich völlig indentifiziert. Die in diesen Anschauungen enthaltenen Gegensätze zur psychoanalytischen Lehre werden natürlich besonders hervorgehoben. Da Ranks Lehren in ihrem Kern eine philosophisch-metaphysische und nicht eine wissenschaftlich-psychologische Konzeption darstellen, besteht kaum eine Möglichkeit zur Diskussion der mannigfachen Differenzpunkte. Es fehlt der gemeinsame Boden, und es mangeln die gemeinsamen Kriterien für eine solche Diskussion. Jeder Einzelnachweis würde überschattet durch die in solchen Fällen grundsätzlicher Nichtübereinstimmung immer gegebene Möglichkeit der Uminterpretation schlechthin jeder Einzelfeststellung im Sinn: der entgegengesetzten Grundauffassung. Es wird aber trotzdem interessieren, die Haupteinwände gegen die Psychoanalyse, die B. vom Rank schen Standpunkt aus erhebt, kennen zu lernen. Die Psychoanalyse mißachte den individuellen „Willen“ des Patienten; sie gehe darauf aus, ihn zu brechen, um den Patienten in das Joch einer bestimmten Doktrin zu spannen; sie versuche ihn zu heilen, indem sie ihn an diese Doktrin glauben mache, statt den Patienten in der Analyse zur lebendigen Erfahrung seiner schöpferischen Fähigkeiten zu führen; denn der Neurotiker gehöre wie der Künstler einem bestimmten Menschentyp an, eben dem schöpferischen; auch der Analytiker müsse zu diesem Typus gehören, um den Neurotiker heilen zu können; dem allgemein menschlichen, aber bei diesem Typus besonders stark ausgeprägten Verlangen, sich über das individuelle Leben hinaus in irgend einer Weise zu verewigen, müsse Rechnung getragen werden, indem der Patient dazu geleitet werde, eine Gemeinschaftsideologie anzunehmen — die Psychoanalyse vernachlässige nicht nur diese Aufgabe, sondern sie stelle sogar selbst das Extrem des übersteigerten Individualismus d