You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Wie das Vorwort ausführt, soll das Buch eine fühlbare Lücke der philosophisch-historischen Seite der komplexen Psychologie ausfüllen. Jung will in erster Linie durch Wundts experimentelle Psychologie und durch Janets Neurosenpsychologie beeinflußt worden sein. Die Trennung von Freud, mit dem er sieben Jahre lang zusammengearbeitet, sei aus Erwägungen grundsätzlicher Art erfolgt. Pathopsychologie dürfe sich nicht auf Krankheit, sondern müsse sich auf die normalen Verhältnisse stützen (?). Der Parallelismus der romantischen Dichtkunst mit seinen — Jungs — psychologischen Auffassungen rechte fertigte es, seine Ideen als romantisch zu bezeichnen. Unterhalb der Erlebnisstufe sei aber seine Psychologie auch wissenschaftlich-rationalistisch.
Das Buch gibt einen Überblick über die Traumauffassung der Romantiker, speziell von Novalis, Schubert und Carus, beschreibt dann die Traumtheorien zur Zeit des Primates der Naturwissenschaft, im dritten Teil zur Zeit des Primates der Psychologie, wobei im besondern die entsprechenden Auffassungen der Psychoanalyse, der Individualpsychologie und der analytischen Psychologie Jungs neben einander gestellt und mehr oder minder kritisch beleuchtet werden. Bei der Darstellung der Psychoanalyse wird nach dem Schema der landläufigen Kritik der Pansexualismus abgelehnt (S. 164) und die ganze Ichpsychologie vollständig ignoriert. Was Freud nach der Zusammenarbeit mit Jung der Welt noch gegeben hat, existiert einfach nicht. So wird es ermöglicht, Jung als die Synthese von Freuds einseitiger These und Adlers ebenso einseitiger Antithese an die Spitze zu stellen. Aus einer Publikation Jungs, die im Jahre 1928 zum ersten Mal erschienen ist, wird hervorgehoben, daß dieser Autor schon damals die jüdische Psychologie Freuds als nicht allgemein gültig abgelehnt und schon damals erklärt habe, daß es auch niemandem einfallen würde, die chinesische oder indische Psychologie als für uns verbindlich anzunehmen (S. 90). Daneben wird aber wiederholt das Buch vo