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Das Thema der vorliegenden Arbeit und die Tatsache, daß der Autor einen grundsätzlichen
Lösungsversuch im Sinne der heutigen „philosophischen Anthropologie“ unternimmt, rechtfertigen eine ausführliche Besprechung dieses Buches und eine prinzipielle Auseinandersetzung mit der in ihm vertretenen philosophischen Tendenz innerhalb der Psychologie. Mit seiner Untersuchung des seelischen Konflikts möchte K. die grundlegende Bedeutung der philosophischen Analyse der psychologischen Phänomene für alle Psychologie erweisen. Er ist sich darüber klar, daß er auf dem Gebiet, welches er ausgcwählt hat, in den Kompetenzbereich der Psychoanalyse eindringt. Der Wunsch des Autors, die Überlegenheit des philosophischen über das psychoanalytische Verständnis des Seelischen darzutun, ist überall spürbar und kommt verschiedendich auch zu Wort; die Alternative, ob die Philosophie oder die Psychoanalyse eigentlich kompetent für die wissenschaftliche Erfassung des Seelischen sei — das ist im Grunde die Frage, um die es in diesem Buch geht. In dieser Alternative tut sich der im tieferen Sinn unversöhnliche Gegensatz zweier mächtiger Geistesströmungen kund, und der Tatbestand „seelischer Konflikt“ kann als psychologisches Phänomen in der Tat den Rang beanspruchen, daß sich an ihm wissenschaftliche Methoden hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Reichweite miteinander messen.
Im einleitenden Abschnitt formuliert K. sein Programm folgendermaßen: „Die Blendkraft der Psychoanalyse ist so groß, daß wir mit der schüchternen Frage beginnen: ist nicht auch eine Psychologie des bewußten Konflikterlebens möglich? Und indem wir an diese Möglichkeit glauben und sie zu erweisen uns bemühen, treten wir in die Prüfung ein, welche Betrachtung für das eigentliche Wesen des Konflikts ergiebiger ist.“ (S. 12.) Die philosophische Anschauung, an die K. sich anlehnt, ist die von K. Jaspers; als begriffliches Rüstzeug dient ihm z. T. die Terminologie der sog. „Existenzphilosophie“, z. T. diejenige versch