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Ich habe das Thema der Triebe für meinen Vortrag gewählt, weil es in vieler Beziehung das interessanteste, grundlegendste und schwierigste in der ganzen Psychologie ist. Erweiterte Kenntnisse auf diesem Gebiete würden vielleicht mehr als auf jedem anderen die Psychologie in nähere Beziehung zu verwandten Wissenschaften wie Physiologie, Biologie, Soziologie und Philosophie bringen. Seit einiger Zeit hat es sich gezeigt, daß psychische und physische Prozesse eher durch die Erforschung der Triebe und ihres gefühlsmäßigen Ausdrucks in Wechselbeziehung zu bringen sind als durch die Methode, die im neunzehnten Jahrhundert so hoffnungsvoll schien, die höheren geistigen Phänomene und die Gehirnrinde zu studieren. Die enge Verbindung zwischen Furcht und Ärger zum Beispiel, die durch psychologische Gründe festgestellt worden ist, ist durch Cannon und seine Schüler sehr interessant bestätigt worden, die auf rein physiologischen Wegen arbeiteten. Es ist ferner offenbar, daß das Studium der Triebe, eines für den Menschen und die niedrigeren Tiere gemeinsamen Feldes, die aussichtsreichste Möglichkeit bietet, um die Psychologie in der Hierarchie der Wissenschaft auf den rechtmäßigen Platz zu stellen, nämlich als eine der biologischen Wissenschaften. Dann führt uns dasselbe Studium zu dem großen Problem der relativen Wichtigkeit ererbter und erworbener Eigenschaften, einem wesentlichen Problem für alle soziologischen Seiten der Psychologie. Endlich sollten alle Ergebnisse solcher Untersuchungen nützliche Anhaltspunkte für die spannendste der philosophischen Spekulationen bieten: über die Beziehung des Körpers zur Seele. Und das ist vielleicht die