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Die folgenden Ausführungen beabsichtigen, in vereinfachten Zügen einen kurzen Überblick über die Entwicklung der psychoanalytischen Triebtheorie zu geben, wie sie hauptsächlich in den entsprechenden Werken Freuds niedergelegt ist. Es wäre verlockend gewesen, die gesamte psychoanalytische Literatur zu diesem Themenkreis zu verarbeiten, doch hätte dies die Darstellung zu sehr kompliziert. So wurde nur gelegentlich auf einzelne Arbeiten anderer Autoren Bezug genommen. Bei der Darstellung wurde, mit einer Ausnahme beim vierten Schritt der Theorieentwicklung, die historische Reihenfolge gewahrt. Dies gilt natürlich nicht für die Ausführung im einzelnen. Ehe ich auf das eigentliche Thema eingehe, sei eine kurze Einteilung des speziellen Wissensgebietes, von dem die Triebtheorie nur einen Teil ausmacht, gegeben.
Eine psychoanalytische Trieblehre umfaßt zwei Hauptteile: Die allgemeine und die spezielle Trieblehre. Die allgemeine hat neben dem Begriff des Triebes die Triebtheorie im engeren Sinne, also die Frage nach Zahl und Art der Triebe, nach den Kriterien der Einteilung sowie nach ihrer Begründung und ihren Leistungen zu behandeln; ferner die Transformationslehre, d. h. die Frage nach der Veränderbarkeit der Triebe und die Regeln und Gesetze, denen diese Veränderungen (teilweise identisch mit den sogenannten Triebschicksalen) folgen; schließlich die mit der energetischen Auffassung der Triebe zusammenhängenden Begriffe und Probleme. Die spezielle Trieblehre stellt die ontogenetische Entwicklung der Triebe, die hier notwendigen Begriffsbildungen und sich ergebenden Probleme dar. Ich beschränke mich hier auf die allgemeine Trieblehre und von dieser hauptsächlich auf die Triebtheorie im engeren Sinne des Wortes.2 Diese ist auch der hauptsächlichste Gegenstand der analytischen Triebliteratur der letzten Jahre.
Der Übersicht halber sei ein kurzer Abriß der Entwicklung der Triebtheorie vorausgeschickt.
Eine Triebtheorie kann monistisch, dualistisch oder pluralistisch sein. Eine