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Thema des Buches ist die Untersuchung des Erfassens unbewußter Zusammenhänge im Patienten durch den Analytiker. Das Buch stellt nach des Autors Worten „den Versuch dar, die Voraussetzungen und psychischen Leistungen des Forschers, der das Unbewußt-Seelische einer anderen Person erfassen will, zu beschreiben“. Das Hauptgewicht legt der Verfasser als Analytiker naturgemäß auf die Untersuchung jener Wegstrecken zwischen Wahrnehmung eines seelischen Phänomens und seinem Verstehen, die durch das Vorbewußte und Unbewußte führen. Er teilt zum Zwecke seiner Untersuchung diesen Weg in drei Abschnitte; der erste Abschnitt führt von der bewußten und bewußtseinsfähigen Wahrnehmung des Materials bis zum Unbewußten des Psychologen, der zweite stellt sich dar in der unbewußten Verarbeitung des wahrgenommenen Materials durch den Psychologen, der dritte umfaßt das Wiederauftauchen des unbewußt verarbeiteten Materials ins Bewußtsein und die darauf erfolgende Darstellung oder Formulierung, resp. die Mitteilung an den anderen.
Reik ist der Ansicht, daß die Übermittlung des psychischen Materials auf zweierlei Weise erfolgt. Erstens durch die Sinneswahrnehmung, wobei auch die Summierung unterschwelliger Reize eine endliche Wahrnehmung ergeben kann, und zweitens durch Sinne, die als solche unserem Bewußtsein entzogen sind, prähistorische Sinne, die aus der tierisehen Vergangenheit der Menschenart stammen und dem Richtungssinn der Bienen, dem Orientierungsvermögen der Zugvögel und Ähnlichem gleichzusetzen sind. Die Telepathie nimmt er als auf der gleichen Basis der Vermittlung durch aktualisierte Sinne, die unserem Bewußtsein fern und fremd geworden sind, zustandekommend an. „Wir haben Ohren und hören nicht nur mit ihnen, und haben Augen und sehen nicht nur mit ihnen“, ja, jene archaischen Sinne jenseits des Bewußtseins mögen sogar rascher arbeiten als die bewußten, gleichsam atmosphärisch funktionieren. Die Wahrnehmungen durch sie bezögen sich dabei vor allem auf die Triebsphäre. Unsere ps