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Ein durchaus unter analytischen Gesichtspunkten unternommener Versuch, die Institution des Gefängnisses auf das Tabu der primitiven Welt zurückzuführen, liegt in diesem Artikel vor. Er sei ausführlich referiert, weil er für den Leser dieser Zeitschrift von besonderem Interesse und dem Orte seines Erscheinens nach nicht leicht erreichbar ist.
C. geht von einer Übersicht über die Theorien aus, welche die Entstehung des Gefängnisses erklären wollen. Die erste Theorie leitet das Gefängnis von der Untersuchungshaft ab, welche die Wartezeit vor dem Urteil bezeichnet, die zweite Theorie sucht die Wurzel der Einrichtung in der Schuldhaft, die sich bei privatrechtlichen Streitigkeiten zwischen Gläubigern und Kreditoren als Maßregel der Sicherung ergab. Die dritte Theorie, zu der sich z. B. Wundt bekennt, sieht im Asyl den Ursprung der Gefängniseinrichtung. Bohne, der diese Theorien scharf kritisiert, sieht den ursprünglichen Zweck des Gefängnisses in der Internierung des Rechtsbrechers, um ihn für die Gemeinschaft unschädlich zu machen.
Nach C.'s Meinung gehen alle diese Theorien fehl, weil sie nur den historischen und nicht den psychologischen Zusammenhang berücksichtigen. Indem er sich auf Reiks analytische Untersuchung über den magischen Ursprung des Indizienbeweises beruft, meint er, das Problem eher mit Hilfe der analytischen Methode lösen zu können.
Im frühen Griechentum war der Mörder sicher, solange er sich nicht im Bereiche der Verwandten und Freunden des Ermordeten — ursprünglich nicht im Bereiche des Geistes des Toten — befand. Der Verbrecher flüchtet natürlich seiner eigenen Sicherheit wegen, aber auch, weil er andere mit seiner Mordlust anstecken könnte. Die Yabuni in Neu-Guinea versuchen, den Geist eines Ermordeten, der den Mörder verfolgt, durch Geschrei und Trommelschläge zu vertreiben. Zahlreiche Beispiele von australischen Völkern zeigen, daß Mörder oder siegreich heimkehrende Krieger tabu sind und abgesondert in Hütten leben, um sich zu reinigen. Dieselbe Zer