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Die Autorin versucht, die Seelenlehre I. H. Fichtes, des Sohnes des bekannteren J. G. Fichte, in Beziehung zur „analytischen Psychologie“ C. G. Jungs zu setzen. Sie findet eine tiefgehende Übereinstimmung beider Lehren und bemüht sich, diese Übereinstimmung durch Darstellung der Grundzüge der I. H. Fichte schen Psychologie und durch Bezugnahme auf Analogien mit Jungs Theorien zur Evidenz zu bringen. Nach Ansicht des Referenten gelingt es jedoch der Autorin weder, der (abstrakt konstruierenden) Seelenlehre I. H. Fichtes eine fruchtbare Seite abzugewinnen, noch von dort her ein neues Licht auf die Lehre Jungs zu werfen. Das hat seinen Grund darin, daß sie es ablehnt, zum Realitätswert der beiden Theorien irgendwie Stellung zu nehmen: sie sollen nur in dieselben „philosophischen Grundmöglichkeiten eingeordnet“ werden. Aber auch das geschieht in einer sehr sterilen Weise, nämlich durch scholastische Zergliederung des Inhaltes von Begriffen. Bemerkenswert erscheint sonst nur noch, daß Jung in seinem Geleitwort die Charakterisierung seiner geistigen Haltung als einer romantischen, der Naturwissenschaft im Grunde entgegengesetzten, ausdrücklich heraushebt, um ihr zuzustimmen.
W. Marseille (Wien)