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Bernfeld beschäftigt sich in der Arbeit „Über die Einteilung der Triebe“1 mit der Einteilung der Triebe und den Wandlungen dieser Einteilung im Verlaufe der Entwicklung der psychoanalytischen Trieblehre. Er geht dabei ausführlich auf die Kriterien der libidinösen Vorgänge ein und findet eine Reihe der von Freud postulierten Kriterien libidinöser Vorgänge nicht haltbar, so die Beziehung zur somatischen Quelle und ihrem Ziel, das chemische Kriterium, das physiologische Kriterium; es bleibe schließlich nur ein Kriterium bestehen, das er das „psychoanalytische“ nennt. Zu den Sexualtrieben gehört nach Bernfelds „psychoanalytischem“ Kriterium „alles, was mit der Sexualität im üblichen Wortsinn zu tun hat; alle lustvollen Betätigungen an den erogenen Zonen; und schließlich alles, was nach analytischer Arbeit davon abstammt.“
Bernfeld zählt Beispiele für sein psychoanalytisches Kriterium auf: „Wenn im Laufe einer Analyse die fragliche Triebhandlung ihre Abstammung aus einer Onaniephantasie erweist; wenn sie durch Verdrängung von einem sexual-orgastischen Erlebnis getrennt wurde, das ursprünglich mit ihr verbunden war; wenn sie dieselbe Funktion im seelischen Ganzen erfüllt, die früher (oder „normalerweise“) von einem sexuellen Affekt oder einer sexuellen Handlung erfüllt wurde — dann wird sie zu ein und derselben Klasse gezählt werden, nämlich zu den Sexualtrieben.“
Wenn wir das Zuordnungsprinzip Bernfelds, das er „psychoanalytisches“ Kriterium nennt, genauer untersuchen, so fällt uns daran auf, daß es nicht von einem einheitlichen Gesichtspunkt aus aufgestellt erscheint, daher in sich selbst nicht einheitlich anmutet. Denn es ist im psychoanalytischen Kriterium eine populär-sprachliche Kennzeichnung: „Alles, was mit Sexualität im üblichen Wortsinn zu tun hat“ vereinigt mit einem lustpsychologischen Kennzeichen: „alle lustvollen Betätigungen an den erogenen Zonen, und was davon abstammt“.
Freud hat, wie Bernfeld feststellt, eine Definition des Begriffes sexuell vermieden. Auch