You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Tiefenpsychologie schulde man Dank für den mutigen Vorstoß in das Reich des Triebhaften und Unbewußten. Es bleibe von der Psychoanalyse ein unverlierbarer Erkenntnisrest.
Aber als geschlossenes System sei die Tiefenpsychologie nicht haltbar. Sie leide an voreiliger Dogmatisierung.
Neben dieser Anerkennung und Kritik finden sich in der Abhandlung auch Stellen, die trotz der Belesenheit des Verfassers auf philosophischem und historischem Gebiet an der Einsicht für wesentliche Begriffe der Psychoanalyse stark zweifeln lassen. So z. B. wenn nach seiner Auffassung nur der einzige Autor A. Ehrenstein sublimierte Erotik bietet, oder wenn er nur bei Strindberg einen Inzestkomplex exakt nachweisbar findet, oder wenn er erklärt, der Ödipuskomplex dürfte nur ganz selten einmal festzustellen sein.
Eine Gesundung der auch auf dem Gebiete des Strafrechts herrschenden Krise erwartet der Verfasser von einer neu-spiritualistischen Lehre her, die das Verbrechen als volle Persönlichkeitsleistung betrachtet, in der Philosophie vom Wiederaufkommen des Indeterminismus und schließlich von der Neuentdeckung der seelischen Energie des Volkstums und der Traditionswerte.
A. Kielholz (Königsfelden-Aargau)