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In sorgfältig ausgeglichener Sprache und mit bemerkenswertem Ernste entwickelt der Autor die „sittliche Problematik des Kindes“, so wie er sie versteht, und weist darauf hin, „daß das Herzstück ethischer Betrachtungsweise immer in den ethischen Prinzipien liegt, also in der Fragestellung, was denn eigentlich das letzte Wesen von Gut und Böse ausmacht.“ (S. 1.)
Das letzte Prinzip sittlicher Wertung findet er im „Normgemäßen“ und sagt: „Was mit den Normen übereinstimmt, ist gut, was ihnen widerstreitet, ist schlecht. Die Norm ist ein neues Prinzip, das mit Intellekt und Willen nicht auf gleicher Ebene liegt.
… Ihr Auftreten ist genetisch nicht vorauszuahnen, sie ist plötzlich da, ohne sich vorher angekündigt zu haben. Die Norm ist ein metaphysisches Urphänomen“. (S. 191.)
Die Arbeit verrät sorgfältigstes Studium der einschlägigen Literatur (Pestalozzi, Herbart, Jaspers, Scheler usw.) und ruht vor allem auf den Werken von Karl und Charlotte Bühler, W. Stern und anderen.
Die genetische Darstellung des sittlichen Bewußtseins umfaßt den Hauptteil der Arbeit und beschreibt die verschiedenen Stufen der kindlichen Entwicklung beginnend vom Kleinkind bis zur Reifezeit. (Die Stufe frühkindlicher Willensbegabung, die Stufe emotionaler Feinfühligkeit, die Stufe der Idealbildung usw.) Zahlreiche Beispiele aus dem Scupinschen Tagebuch und aus dem Buche von Charlotte Bühler „Kindheit und Jugend“ und andere dienen zur Illustration. Die Frage nach den sittlichen Zielen schließt die Arbeit ab.