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An Stelle eines umfassenden Werkes, das der im Jahre 1929 verstorbene Forscher Schrenck-Notzing über Rudi Schneider, das derzeit berühmteste physikalische Medium, zu veröffentlichen beabsichtigte, erscheint hier eine Auswahl aus den Protokollen der Sitzungen Schrencks mit Rudi Schneider (1924-1929), zum Teil in Auszügen
und vermehrt um zusammenfassende Bemerkungen des Verfassers über einzelne Sitzungen und um Äußerungen anderer Beobachter. Die, wie aus dem Buche hervorgeht, von Jahr zu Jahr verstärkten Bemühungen Schrenck-Notzings um eine einwandfreie, physikalische Kontrolle des Mediums (das nichtsdestoweniger fortfuhr, Phänomene zu zeigen) widerlegen gewiß den gegen den Autor so oft erhobenen Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit und Leichtgläubigkeit. Den Psychoanalytiker dürften insbesondere die Bemerkungen Schrencks (der keineswegs der spiritistischen Deutung anhing) über den erotischen Charakter der Experimente und über den Zusammenhang der medialen Leistungen mit der Sexualsphäre interessieren. Bei verschiedenen Sitzungen wurden an Rudi Schneider Erektionen und Ejakulationen beobachtet. Eine psychoanalytische Behandlung des Mediums, die zweifellos sehr aufschlußreich wäre, hat Schrenck-Notzing mit der voll zutreffenden Begründung abgelehnt, daß die physikalische Mediumität dadurch zerstört würde. Die Analyse eines physikalischen Mediums bleibt nach wie vor ein Desiderat. Anfänge in dieser Richtung wurden vom Ref. vor einigen Jahren gemacht.
A. Winterstein (Wien)