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Bei der Besprechung dieses Buches möchte ich eher die Frage der Methode als die Folgerungen, die der Autor gezogen hat, würdigen. Er versucht zu zeigen, daß Gesellschaften entweder „zoistisch“, „manistisch“ oder „deistisch“ sind, daß diese Gesellschaftsformen Phasen der kulturellen Entwicklung darstellen und in ganz bestimmter Wechselbeziehung zur Verringerung der Möglichkeit zu sexueller Betätigung stehen. Den Enthnologen wird diese Einteilung recht willkürlich anmuten. Warum sollten wir die Form, in der die Vorstellung vom Übernatürlichen in einem gewissen Gebiet auftaucht, als das einzig wichtige Merkmal bei der Einstellung der Gesellschaft berücksichtigen? Überdies ist die Einstellung selbst höchst fragwürdig. Übernatürliche Wesen sind gewöhnlich zu gleicher Zeit „zoistisch“ und „manistisch“ und „göttlich“ und nicht einmal dies und einmal jenes. Diese Kategorien sind allen, die sich mit Ethnologie befassen, bekannt: Aus einer der ersten Publikationen von Frobenius kennen wir sie als „animalistisch“, „manistisch“ und „solar“. Die Trobriand-Insulaner sollen „zoistisch“ sein. (S. 105.) Nach Unwins Haupttheorie müßten sie „zoistisch“ sein, weil sie vor der Heirat schon sexuelle Freiheit genießen. Jedenfalls spielt der Totemismus in dieser Gesellschaft wirklich eine sehr untergeordnete Rolle. „Nur der Erntezeit folgt direkt das mila-mila, das Tierfest, in Verbindung mit der Rückkehr der Ahnengeister in das Dorf“ (Malinowski). Mit größerer Autorität jedoch kann ich Beispiele aus einem Gebiet anführen, das mir persönlich bekannt ist. Die Dobu und Duau stehen kulturell den Trobriandern sehr nahe. Wenn eine Gesellschaft wegen des Totenkultes, d. h. wegen der zu Ehren der Dahingeschiedenen abgehaltenen Feierlichkeiten, als „manistisch“ bezeichnet wird, dann ist die Normanby-Insel (Duau) gewiß „manistisch“, weil die großen sagari-Feiern immer einem Toten zu Ehren abgehalten werden, und die umständlichen „Gute“ „Zeremonien übertreffen alles, was man als reine „Ehrungen“ des