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Eine Studie über die Besessenheit des Abd er Radi und über Gespenster und Dämonen, Heilige und Verzückte, Totenkult und Priestertum in einem oberägyptischen Dorfe.
Der Autor hat sich bemüht, einen mohammedanischen Fellachen, der im Anschluß an eine fieberhafte Krankheit, wahrscheinlich eine Poliomyelitis, besessen wurde, gründlich
kennen zu lernen und ihn nun dem Ethnologen, Religionsforscher, Ägyptologen und Psychologen vorzustellen, indem er zuerst seine Umwelt schildert, dann seine Herkunft, seinen Lebensgang, seine Krankheit, seine Berufung, seine Besessenheitszustände, dann die Wirkung der Besessenen auf das religiöse und soziale Leben der Fellachen, ferner seinen Charakter, sein subjektives Verhältnis zu seinen Totengeistern und schließlich die Beziehung zwischen Wachbewußtsein und Besessenheitszuständen.
Die anschauliche und ausführliche Schilderung wird durch die beigegebenen Lichtbilder noch plastischer. Dem Verfasser ist offenbar ein tieferes Eindringen in die Verhältnisse und in den Mechanismus der Besessenheit bei seinem Patienten dadurch möglich geworden, daß er selbst gewisse telepathische Fähigkeiten desselben als tatsächlich bestehend angenommen hat. Daß aber bei solchen hysterischen Spaltungen der Persönlichkeit, als welche wir diese Besessenheiten wohl diagnostizieren dürfen, derartige Fähigkeiten vorkommen, dürfen wir nach analogen Beobachtungen z. B. bei der Analyse durchaus für möglich halten.
A. Kielholz (Königsfelden-Aargau)