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Die Verfasserin des Buches stellte sich eine Aufgabe, deren Bewältigung sicher fleißige Arbeit vieler Jahre beansprucht hat: das gesamte Geistesleben Ungarns seit den Anfängen seiner Selbständigkeit bis auf den heutigen Tag von jener Fragestellung aus systematisch zu überblicken, die mit der Nebeneinanderreihung der Begriffe Genie und Irrsinn einsetzt. Das Buch bietet somit einerseits eine verläßliche Sammlung biographischer Daten der hervorragenden Persönlichkeiten Ungarns, andererseits Verarbeitung, Sichtung und Beurteilung der vorgefundenen und herausgezogenen biographischen Einzelheiten. Frau v. Sz.-P. betritt eingestandenermaßen weder in der einen noch in der anderen Aufgabe selbständige Wege. Die Biographien werden vorgefunden, in der Verarbeitung bedient sie sich des Rüstzeugs der einschlägigen modernen Forscher, namentlich der Anschauungen Kretschmers und Lange-Eichbaums; sie nimmt auch Bezug auf Freud. Selbständig ist Verf. hingegen, abgesehen von Bearbeitern kleinerer Gebiete, in der ständigen Anwendung dieser drei Richtungen auf das spezielle und umfassende Thema. Sie findet Kretschmers Typen-Charakteristik und Lange-Eichbaums Ruhm-Theorie, die soziologische Faktoren mitberücksichtigt, immer wieder bekräftigt.
Durch das Leben des genialen Mathematikers Johann Bolyai werde z. B. nahegelegt, daß zwischen Hochtalent und Anlage zur schweren Psychopathie eine objektiv nachweisbare Häufigkeitsbeziehung besteht, da es an sich auffallend genug sein müsse, daß das kleine und kulturell spät zur Entfaltung gelangte Ungarn aus älterer Zeit nur einen einzigen epochemachenden Forscher aufzuweisen hat, und dieser sich als schizophrener Geisteskranker entpuppt. Der „führende Staatsmann“ der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der zyklisch veranlagte Stefan Széchenyi, erkrankte ebenfalls an einer Psychose. Eine zweite Art des Zusammenhanges von Psychopathie und Genie, die soziologische Verkettung von psychopathischer Persönlichkeit, Anbetung von Seiten einer kleinen Gemein