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Die folgenden Ausführungen behandeln den Prozeß, durch den eine ethische Haltung gegenüber Objekten an die Stelle einer Liebeseinstellung tritt. Das geschieht bis zu einem gewissen Grad zweifellos im Verlauf jeder individuellen Entwicklung; es gibt aber Fälle, wo dieser Vorgang die Entwicklung beherrscht und der ganzen Persönlichkeit ein charakteristisches Gepräge verleiht. Der Prozeß geht dann weit hinaus über bloße Gefügigkeit, über Handlungen, die gegen den eigenen Willen vollzogen werden, weil eine Autorität sie befiehlt oder zu ihnen zwingt. Das kann fast zum einzigen Mittel werden, durch das ein solcher Mensch seiner positiven Einstellung zu einem anderen Ausdruck geben, Lust gewähren oder Fürsorge für das Interesse und das Wohl anderer entfalten kann. Auf welche Weise immer er diese positiven Einstellungen manifestieren mag, sein inneres Gefühl ist das einer moralischen Verpflichtung; er zeigt diese Einstellungen, weil er das Gefühl hat, daß er so soll. Dieses Gefühl des Sollens ist zwar an sich oft verstehen und sogar verdrängt, grenzt aber derartige Einstellungen und Verhaltensweisen scharf von jenen ab, die sich spontan aus Freundschaft, Zuneigung oder Liebe ergeben. Es mag interessant sein, zu erfahren, welche Bedeutung dieser Substitution in der Charakterentwicklung zukommt, wie sie zustandekommt und welche Folgen sie im späteren Leben zeitigt.
Der Sachverhalt könnte auf einfache Weise beschrieben werden, indem man sagt: Die Es-Regungen können sich bei solchen Menschen anderen gegenüber nicht direkt zeigen, sondern müssen vorerst im Über-Ich einer