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Schon seit ganz früher Zeit wird den Träumen prophetische Bedeutsamkeit zugeschrieben. Freud hat gezeigt, daß dieser Glaube an den prophetischen Wert von Träumen bis zu einem gewissen Grade dadurch gerechtfertigt und erklärt wird, daß es Funktion der Träume ist, Wünsche als erfüllt darzustellen. Wünsche werden ja oft auch im realen Leben erfüllt. Es ist daher nicht erstaunlich, wenn sich Träume des öfteren als prophetisch erweisen.
Freud hat auch darauf aufmerksam gemacht, daß man unmittelbar nach dem Aufwachen aus dem Schlaf imstande sein kann, ein schwieriges intellektuelles Problem zu lösen, um das man sich vor dem Schlafengehen vergebens bemüht hatte. In reichem Maße wurde bewiesen, daß sowohl das Ich als auch das Über-Ich im Traum weiter funktionieren. Beobachtungen der eben angeführten Art zeigen weiter, daß auch die Tätigkeit des Ichs, im realen Leben Lösungen für Probleme zu finden, im Schlaf fortgeführt werden kann.
Eine weniger dramatische, aber häufigere Beobachtung führt zum gleichen Schluß. Ich vermute, daß die meisten Analytiker Träume anführen könnten, die an sich die Lösung eines aktuellen Konfliktes, die der Patient vielleicht sehr bald, vielleicht erst nach Wochen oder Monaten erreichen wird, schon im voraus anzeigten. In der Literatur wurden solche Träume vielfach berichtet. Der folgende Traum aus der ersten Krankengeschichte in Alexanders „Roots of Crime“ gehört in diese Kategorie.
Der Patient hatte sich beklagt, er würde es niemals zu etwas bringen.
“Er könnte Liftboy sein und es allmählich zu einem kleinen Posten an einem Hotel oder Warenhaus bringen, aber so jemand hat kein Vergnügen im Leben, nichts als Pflichten und Kinder, keine Hoffnung auf Vorwärtskommen.“ Der Patient „zieht es vor, ein Gauner zu sein”.
In der folgenden Unterredung aber bringt er einen Traum, der eine hoffnungsvollere Einstellung anzeigt.
“Er ging in ein Bürohaus — wie er es oft tat — einer seiner alten Tricks. Es gab da Regenmäntel und Hüte. Er nahm einen Hut und einige Marke