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Der Begriff „Einsfühlung“ im Sinne von Identifizierung wurde zuerst von Max Scheler in seiner Arbeit über „Wesen und Formen der Sympathie“ geprägt und dort von dem älteren Begriff der Einfühlung unterschieden. Die vorliegende jugendpsychologische Untersuchung eines Pädagogen behandelt im Hauptteil zunächst die unbewußte „seelische Einsfühlung“ mit Dingen und Menschen, die als eine Urform des Lebensverhaltens bezeichnet wird. In dieser Kinder und Jugendliche kennzeichnenden Einsfühlungsgabe erblickt der Verfasser „den Zugang zur jungmenschlichen Wirklichkeit“. Gemeint ist nicht nur die beseelende, personifizierende Tendenz der Primitiven und der Kinder als Ausdruck einer weitestgehenden narzißtischen Identifizierung mit der Umwelt, sondern auch die narzißtische Neigung, seine eigenen Gefühle auf den Nebenmenschen zu projizieren, ihn nach sich selbst zu beurteilen. Im Geistigen führt diese Einsfühlung dann zu Fiktionen. An Selbstzeugnissen Jugendlicher, Schülerarbeiten, die Krägeloh durch eine Reihe von Jahren tagtäglich schreiben ließ, erweist er die segensvolle Funktion der seelischen Einsfühlung in der Frühzeit, aber auch ihre Gefahren für die notwendig werdende Erkenntnis der Wirklichkeit. Proben aus Schüleraufsätzen werden schon in der Einleitung herangezogen, um die drei typischen Merkmale der Pubertät darzulegen: das körperliche Schwächeempfinden, das Werterleben und das soziale Fühlen. Auf der Grundlage der seelischen Einsfühlung entwickle sich dann beim Reifling die echte sittliche Einsfühlung als gemeinschaftsgründendes Bewußtsein im Vorgang der Charakterreifung; durch jene lerne er erst sich selbst und den anderen kennen. Sittliche Einsfühlung sei unmittelbare, wirkliche Erziehung und gründe sich auf Identifizierung mit vorbildlichen