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In den letzten Jahren ist zu dem älteren Forschungsgebiet der Psychoanalyse, den Trieben, das noch lange nicht abgeschlossene Studium des Ichs dazugekommen. Die grundlegende Erkenntnis, mit der Freud die „dynamische“ Denkweise einführte und damit eigentlich die Psychoanalyse begründete, war: die Erlebnisse, die von Hysterikern nicht zu Ende gelebt wurden, so daß ihre Affekte „eingeklemmt“ blieben und in den Symptomen Abfuhr suchten, waren solche, die von einem Teil der Persönlichkeit abgelehnt wurden. Der Neurose war ein „neurotischer Konflikt“ vorangegangen.2 Nach diesem Vorbild denkt sich bekanntlich die Psychoanalyse das psychische Geschehen überhaupt aufgebaut: Immer handelt es sich darum, daß relativ primäre, biologische Bedürfnisse, „Triebe“, nach Abfuhr drängen, während sich unter dem Einfluß der Außenwelt entgegengesetzte Tendenzen entwickeln und geltend machen, die diese Abfuhr hintanhalten oder hinausschieben. An diesem steten Zusammenspiel zwischen Trieben und einer unter dem Einfluß der Außenwelt sich ausbildenden, triebhemmenden oder triebmodifizierenden Institution, dem Ich, wurden zuerst die Triebe (das Verdrängte) studiert. Erst Freuds Buch „Das Ich und das Es“3 eröffnete die eigentliche Ich-Psychologie durch Einführung des sogenannten strukturellen Gesichtspunktes, d. h. der Einsicht, daß sich unter dem Einfluß der Außenweit allmählich ein Organ, das Ich, herausdifferenziert, das sich, einer Rindenschicht gleich, um das Mark des unbewußten Triebreservoirs des Es herumlegt; es dient dem Austausch zwischen Organismus und Außenwelt,