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Wollten wir den Grundbegriff der Freud sehen Theorie der Verdrängung mittels der traditionellen aristotelischen Logik durchleuchten, so wäre unser Unternehmen hoffnungslos. Denn dieser Begriff betrifft die gegenseitige Wirkung gegensätzlicher, polarer Elemente, die traditionelle Logik dagegen verneint die Möglichkeit einer Verbindung derartiger Elemente und kennt zwischen polaren Elementen nur ein einziges Verhältnis, nämlich das ihrer gänzlichen Disjunktion. Diese Einsicht ist jedoch völlig irrig. Gegensätzliche, polare Elemente können sich miteinander verbinden und dies geschieht auch in der Tat; eine Logik, die solche Verbindungen nicht anerkennt, versperrt sich im voraus den Zugang zum Verständnis der realen Welt und des Lebens. Sogar Kant, der grundsätzlich noch in naher Beziehung zu der traditionellen Logik steht, sieht ihre Unvollkommenheit und ihre Begrenztheit, insofern es sich um das Problem einer Verbindung der Gegensätze handelt; in einer seiner späteren Schriften, in dem Werk „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (1793), nimmt er zu dieser Frage bei Gelegenheit einer Betrachtung der möglichen, die Moralität des Menschen betreffenden Hypothesen folgendermaßen Stellung: „Dem Streite beider oben aufgestellten Hypothesen liegt ein disjunktiver Satz zugrunde: der Mensch ist (von Natur) entweder sittlich gut, oder sittlich böse. Es fällt aber Jedermann leicht bei, zu fragen: ob es auch mit dieser Disjunktion seine Richtigkeit habe; und ob nicht Jemand behaupten könne, der Mensch sei von Natur keines von beiden; ein Anderer aber, er sei beides zugleich, nämlich in einigen Stücken gut, in anderen böse. Die Erfahrung scheint sogar dieses Mittlere zwischen beiden Extremen zu bestätigen … Man nennt gemeiniglich die, welche dieser strengen Denkungsart zugetan sind …: Rigoristen; und so kann man ihre Antipoden Latitudinarier nennen. Diese sind also entweder Latitudinarier der Neutralität, und mögen Indifferentisten; oder der Koalition, und können