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Die psychoanalytische Heilpädagogik hat sich auf verschiedene Weisen mit neurotischen, schwer erziehbaren und auch psychotischen Kindern befaßt; kaum je aber bisher mit in hohem Grade zurückgebliebenen, schwer imbezillen oder idiotischen und durch Hirnstörungen beeinträchtigten Kindern. Von einzelnen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, beschränkte sich die Fürsorge für diese Unglücklichen überhaupt nur auf äußere Pflege. Den Autoren des vorliegenden Büchleins ist es voll gelungen, davon zu überzeugen, wie Geduld, Eingehen auf die Persönlichkeit des Kindes, Anerkennung und Optimismus auch hier in hohem Grade angezeigt sind und auch lohnen. Der Psychoanalytiker merkt bei der Lektüre, daß die Autoren bei der Art ihres Vorgehens auch von analytischem Wissen beeinflußt sind. Sie geben den Kindern ein einfaches Beschäftigungsmaterial in die Hand, mit dessen Hilfe die Beziehungen zur Außenwelt allmählich relativ normalisiert werden, indem sie zunächst die Forderungen, die an das Kind gestellt werden, seinem Defekt entsprechend, sehr reduzieren, womit sie frühe, Mut machende Erfolge erzielen, und dann diese Forderungen allmählich steigern.
Es fällt auf, wie wenig Aufmerksamkeit die Autoren dabei auf die triebhaften und sonstigen spontanen Äußerungen des Kindes legen und alle Aufforderungen zur Beschäftigung von außen an es herantragen. Von der Sexualität der Kinder ist überhaupt nicht die Rede. Man kann sagen, daß eine Diskrepanz sich bemerkbar macht zwischen der wiederholt in den Text eingeschalteten Mahnung, die vom Kinde ausgehenden Regungen zu beachten, und dem geringen Grad, in dem die von den Autoren mitgeteilten „Protokolle“ diese ihre eigene Mahnung befolgen. Ein eingeschaltetes Kapitel „Psychologische Bemerkungen“ erwähnt auch die Triebe gar nicht, sondern spricht — „Hemmung, Symptom und Angst“ und Anna Freud zitierend — von den in den Kindern wirkenden Abwehrkräften, die es durch Erkenntnis ihrer Natur zu überwinden gelte, wobei in erster Linie Abwehrhaltungen gegen de