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Gemessen am Durchschnittsniveau der graphologischen Literatur ist das Buch Pulvers von besonders guter Qualität. Vom Standpunkt der psychologischen Wissenschaft dagegen ist es ohne Interesse, weil es sich in jeder Hinsicht nur an den gebildeten Laien wendet und sich mit seinem unpräzisen Stil, seiner eklektischen Terminologie und einer unklaren Persönlichkeitsmetaphysik von Wissenschaftlichkeit weit entfernt. Offenbar zugunsten der Publikumswirkung hat der Autor als Material für seine graphologischen Analysen vornehmlich solche Fälle ausgewählt und breit behandelt, denen etwas Sensationelles anhaftet oder die, wie etwa die Fälle Kreuger und Stavisky, zur Zeit des Erscheinens des Buches außerdem noch eine besondere Aktualität besaßen.
Man erhält zwar auch aus diesem Buch wieder den Eindruck, daß sich wesentliche Züge der charakterologischen Struktur eines Menschen in seiner Handschrift dokumentieren und dem Graphologen faßbar werden können; aber auf die möglichen wissenschaftlichen Fragen nach diesem Zusammenhang bleibt auch Pulver die Antwort schuldig.
W. Marseille (Wien)