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Die pathologische Angst spielt als Symptom im Gebiete der Neurosen und Psychosen eine so hervorragende und ubiquitäre Rolle, mehr wohl als irgend ein anderes and ist therapeutisch, wie Oppenheim pessimistisch klagt, ein Gegenstand ärztlicher Rat- und Hilflosigkeit, die er mit der folgenden charakteristischen Stelle aus dem Briefe eines Patienten belegt: „Ich kuriere nun schon an die sechs Jahre herum, ohne daß mein Zustand sich auch nur vorübergehend gebessert hätte, ich bin bei den Autoritäten aller Länder gewesen. Ist denn wirklich die Medizin so arm, daß man einen körperlich und geistig gesunden Menschen von solch einem Leiden nicht befreien kann?“ Rechnen wir zu dieser Verlegenheit der Therapie die verschiedenen Anstrengungen und Versuche, dem Problem der path. Angst eine theoretische Formulierung, ein Verständnis ihrer Erscheinungen, der körperlichen wie der seelischen, ihrer Verursachung usw. abzugewinnen, und berücksichtigen die Unklarheit und Uneinigkeit der meisten Ergebnisse, so erscheint dies alles wichtig genug, die Absicht zu rechtfertigeii, das Problem der Psychopathologie der Angst zum Gegenstande unser er Untersuchung und Diskussion zu machen. Im Laufe derselben wollen wir den verschiedenen Ansichten nachgehen und sehen, ob nicht eine einheitliche Theorie zu gewinnen ist, ein tieferes Verständnis, so daß jener therapeutische Pessimismus und Nihilismus etwa nur der Ausfluß eines mangelhaften Verständnisses des Angstproblems wäre.
Es scheint mir unnötig zu sein, hier einen genauen historischen Rückblick über das Problem oder eine detaillierteste Beschreibung aller psychischen und physischen Erscheinungen der pathologischen Angst vorzutragen, da sich das ja alles in den Schriften von Hecker2), Freud3), Janet4), Löwenfeld5), Mosso, Stekel6), Forster7)