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Das sechsjährige Mädchen Gertrud R. ist das einzige Kind einer Mischehe (Vater Jade, Mutter Katholikin). Körperlich ist sie gut gediehen, zeigt aber mehrfache neuropathische Züge. Sie ist schwer erziehbar, ängstlich, der Schlaf ist durch lange Zeit gestört gewesen; sie leidet an Kaufaulheit und habitueller Obstipation, der die ängstliche Mutter gegen meinen Rat immer wieder mit dem Irrigator begegnete. Diese Mutter, etwa 40 Jahre alt, läßt sich vom Kinde tyrannisieren und verwähnt es über die Maßen. Der Vater, der früher an der Verwöhnung mitschuldig waT, leidet seit einigen Monaten sehr unter der Launenhaftigkeit des Kindes und läßt es dann hart an. Mit Mühe hatte ich durchgesetzt, daß das Mädchen nicht mehr das Schlafzimmer der Eltern teilte; kürzlich wurde ihm aber, als die Eltern abends fortgingen, als Entschädigung zugestanden, nachts wieder einmal zwischen den Eltern schlafen zu dürfen.
Vor einigen Tagen erkrankte Gertrud an einer katarrhalischen Otitis media d. Schon am zweiten Tage geht es hesser, abends ist das Kind neberfrei, das Ohr schmerzt nicht mehr, dagegen jammert die Kleine, der Magen tue ihr weh, „als ob ihr einer auf dem Bauche läge“. (Schon vor einer Woche klagte sie öfters über Leibschmerzen, ohne irgend einen Befund.) Am Morgen finde ich sie sehr munter, Abdomen objektiv normal, kein Schmerz. Ich frage sie unauffällig, ob sie geträumt habe. „Ja, schon oft, aber garstige Sachen. Das kann man nicht erzählen.“ Nach einigem Widerstreben sagt sie, das Gantige sei gewesen, daß die Mntter verschwunden ist. Nun ist der Bann gehrochen, und sie erzählt ihren heutigen Traum: „Die