You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Rank, dem wir schon mehrere wertvolle Arbeiten zur Traumdeutungs-Wissenschaft verdanken, beschäftigt sich diesmal mit den sogenannten Wecktränmen, die zum Erwachen des Schläfers führend, eben dadurch direkte Einblicke in den Vorgang der Traumbildung und Traumfunktion sowie ihres gegenseitigen Verhältnisses gestatten. Nicht sur zeigen sie die Wunsoherfüllungstendenz und den Bequem-lichkeitscharakter ganz offen, sondern sehr häufig auch eine völlig durchsichtige Symbolik: denn es führt ein Reiz zum Erwachen, dessen Befriedigung in symbolischer Einkleidung im Traume bereits vergeblich versucht worden war. Es gilt dies insbesondere für die Exkretionsträume (Biese, Darmansgang) und für Pollutionsträume. Die empirisch gefundenen Symbolbedeutungen sind dann auch auf nicht zum Erwachen führende Träume anwendbar.
Speziell die „Harnreizträame“ mit ihrer einfachen und stereotypen, längst erkannten Symbolik behandelt Rank ausführlich, macht diese Symbolik psychologisch verständlich und würdigt sie in ihrer vollen Bedeutung für das Seelenleben des einzelnen und der Völker. Als besonderes Ergebnis sei die auf Grund der gleichen Symbol Verwendung ziemlich weitgehende Ähnlichkeit der vesikalen und der sogenannten „Geburtsträume“ hervorgehoben, die doch wieder bis zu einem gewissen Grade scharf differenzierbar sind. Dasselbe Symbol kann gleichsam in zwei verschiedenen Schichten eines und desselben Traumes beiden Bedeutungen entsprechen (infantil—vesikal,