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An anderem Orte führte ich schon aus, wie tief Friedrich Hebbel in das Wesen des Unbewußten und seine Beziehungen zum künstlerischen und genialen Schaffen, sowie endlich zum Traumleben eingedrungen ist. Hier will ich sein nicht geringes Wissen von allerlei neurotischen Zuständen und deren Zusammenhängen mit der Sexualität eingehender beleuchten.
Daß Hebbel hiefür um so viel größeres Interesse zeigte, als irgend ein anderer Poet vor ihm, mag wohl darin seine Erklärung finden, daß er nicht nur selber an einer Reihe von Phobien litt, sondern schon seit der Kindheit ein beständiger Grübler und Sinnierer war. Er, der schon in seiner Werdezeit „sich stündlich mit sich selbst duellierte“ und einmal schrieb: „Ach, der Mensch, der über sich selbst eine Viertelstunde nachdenken kann, ohne verrückt zu werden, ist eine Null!“, der ins Tagebuch hinwarf: „Der erste Mensch hätte aus Furcht vor dem Tode auch einen Selbstmord begehen können“ und „Die Natur ist dem Menschen dafür eine Entschädigung schuldig, daß sie ihn mit dem Gedanken des Todes beladen hat“, der war auch der richtige Mann dafür, den psychoneurotischen Problemen an den Leib zu rücken. Denn „wer über sich selbst schreibt, sagt gewiß die Wahrheit, entweder mit Absicht oder unbewußt“.*) Wenn er einmal erklärt: „Man behauptet, der Mensch spreche gern von sich selbst. Kein Kriminalrichter wird diese Erfahrung machen“, so hat das sicher für die Zwangsneurose Geltung, von der unser Dichter zumindest eine tüchtige Dosis besaß. Nur eigene Erfahrung führt zu der Frage: „Woher kommt das Drückend-Furchtbare, das in der Einsamkeit, besonders in der von der Dunkelheit, die sie eigentlich erst recht hervorbringt, erhöhten, liegt? Und woher kommt's, daß die bloße Gegenwart eines Menschen (sei es auch ein Kind) das peinliche Gefühl vertreibt?“ In einem ganz obskuren Blättchen liest er einen Fall von Klaustrophobie. Diesen trägt er nicht nur ausführlich in sein Tagebuch ein, sondern versieht ihn obendrein am Rande mit dem besonderen V