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Der terminus technicus „Autismus“ wurde von Bleuler zuerst in einer Arbeit über Schizophrenie (in Aschaffenburgs Handbuch der Psychiatrie) dem wissenschaftlichen Sprachschatze eingefügt. Es soll mit diesem Worte das wichtigste Symptom der Schizophrenie bezeichnet werden: Das krankhafte „Vorwiegen des Binnenlebens mit aktiver Abwendung von der Außenwelt.“ Diese Interesseverschiebung begründet aber nicht nur die schizophrenen Denkfehler und Wahnideen, sie spielt ebenso im gewöhnlichen Schlaftraume, wie im Tagtraume der Hysterischen und Gesunden eine wesentliche Rolle, desgleichen in der Mythologie, im Aberglauben, kurz in all den vielen Abweichungen des logischen Denkens von der Realität.
In der im III. Bande des Jahrbuches erschienenen Arbeit Jungs „Über die zwei Arten des Denkens“ wird so ziemlich dasselbe Thema behandelt, nur bezeichnet Jung das „autistische“ Denken Bleulers als „Träumen“ oder „Phantasieren“ und das was Bleuler das „logische“ oder „realistische“ Denken nennt, als das „gerichtete“, dessen charakteristisches Merkmal es sei, daß es „für die Mitteilung mit sprachlichen Elementen arbeitet, mühsam und erschöpfend ist“; es schafft „Neuerwerb, Anpassung, imitiert Wirklichkeit und sucht auch auf sie zu wirken.“ Das „Träumen und Phantasieren“ hingegen „wendet sich von der Wirklichkeit ab, befreit subjektive Wünsche und ist hinsichtlich der Anpassung gänzlich unproduktiv.“
Wenn auch, wie ersichtlich, beide Auffassungen im großen und ganzen übereinstimmen, so konstatiert doch Bleuler, daß ein wesentlicher Unterschied darin liegt, daß seiner Ansicht nach auch das autistische Denken gerichtet sein könne; „man kann auch, ohne die Begriffe in Worte zu fassen, gerichtet und realistisch (logisch) denken, ebenso wie man autistisch in Worten denken kann.“ Das autistische Denken Bleulers ist vor allem ein tendenziöses. „Es spiegelt die Erfüllung von Wünschen oder Strebungen vor, Hindernisse denkt es weg und Unmöglichkeiten denkt es in Möglichkeiten und Realitäten um.“ De