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Die Anzahl der Arbeiten in englischer Sprache, die sich mit einem oder dem anderen Teil der Lehren Freuds beschäftigen, sie durch selbstgewonnenes Material oder neue Darstellungsweise zu festigen suchen, ist bereits sehr beträchtlich und wächst von Jahr zu Jahr. Wenn aus so vielem Guten und Verdienstvollen die vorliegende Arbeit, in der Prof. Putnam den Standpunkt der Psychoanalyse gegenüber den Sexualproblemen auseinandersetzt und verteidigt, dennoch hervorragt, so liegt die Ursache darin, daß die persönlichen Vorzüge des Verfassers hier besonders günstig zusammengewirkt haben. Die umfassende Weltanschauung des Philosophen, die ernste und gewissenhafte Wertung des Ethikers und der scharfe Blick des Naturforschers haben ein unübertreffliches Ganzes geliefert. Ein nachdrückliches Lob verdient der Stil, da es dem Verfasser gelungen ist, besonders durch gelungene Gleichnisse, auch das Schwierigste klar und anschaulich zu machen.
Putnam begründet in überzeugender Weise den Satz, daß kein wissen-schaftlich Denkender es sich erlauben darf, der Beschäftigung mit Sexualproblemen auszuweichen, wenn er sie auf seinem Wege findet. Noch wertvoller scheint mir seine Warnung, nicht ohne weiteres über das Sexualleben eines anderen abzuurteilen, weil es mit den eigenen Grundsätzen nicht tibereinstimmt. Seine Ausführungen in dieser Richtung gipfeln in folgenden Worten: „Der Reichtum an Schönheit mit dem die Natur die Zeugungstätigkeit der Pflanzen und Tiere umgibt und schmückt; die ausgedehnte Vorbereitung für die