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In einem kleinen Aufsatz über „Die Handhabung der Traumdeutung in der Psychoanalyse“ hat Freud mit wenigen Worten zu der Frage Stellung genommen, ob es zweckmäßig sei, die Patienten ihre Träume gleich nach dem Erwachen schriftlich fixieren zu lassen. Er kommt zu dem Resultat, daß eine solche Maßregel überflüssig sei. „Hat man nämlich auf solche Weise mühselig einen Traumtext gerettet, der sonst vom Vergessen verzehrt worden wäre, so kann man sich doch leicht überzeugen, daß für den Kranken damit nichts erreicht ist. Zu dem Text stellen sich die Einfälle nicht ein, und der Effekt ist der nämliche, als ob der Traum nicht erhalten geblieben wäre“. Ich kann dieser Ansicht aus eigener Erfahrung nur in vollem Maße beipflichten. Die Frage scheint mir aber für den Psychoanalytiker, der von der Traumdeutung täglich praktischen Gebrauch macht, von erheblichem Interesse zu sein. Das veranlaßt mich, einige Vorkommnisse aus der Praxis mitzuteilen. Ich erlebte sie gerade mit solchen Patienten, die ich bereits auf die Zweck-losigkeit eines sofortigen Niederschreibens der Träume aufmerksam gemacht hatte.
Beobachtung 1. Patient hat einen sehr ausgedehnten, ereignisreichen und mit starken Affekten verbundenen Traum. Er erwacht und greift noch schlaftrunken nach den Schreibmaterialien, die er, entgegen der ärztlichen Weisung, neben sein Bett gelegt hat. Am anderen Morgen bringt er etwa zwei Quartseiten voll Notizen. Es stellt sich aber sogleich heraus, daß das Geschriebene fast völlig unleserlich ist. Die Tendenz, den Traum vor dem Vergessenwerden zu bewahren, ist in diesem Fall offensichtlich von der entgegengesetzten Tendenz (Verdrängung) durchkreuzt worden. Es kommt zu einer Kompromißbildung: der Traum wird zu Papier gebracht, aber die Niederschrift ist unleserlich und vermag nichts zu verraten.
Beobachtung 2. Patient, der auf seine Frage von mir den Bescheid erhalten hat, das Aufschreiben der Träume sei zu widerraten, produziert in einer der nächsten Nächte eine ganze Serie von Träu