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Unter den mannigfachen Problemen des letzten Winters interessierte mich im Besonderen die Frage der geschlechtlichen Selbstbefriedigung. Selbstverständlich ist dieses Thema viel zu groß, um in einem kurzen Artikel eingehend besprochen zu werden. Ich beabsichtige nur durch einen Krankheitsfall jene Seite des Problems ein wenig zu beleuchten, die hauptsächlich von Abraham in seiner eingehenden Mitteilung, von Brill in einer Studie und von Sadger in einem am Weimarer Kongreß gehaltenen Vortrag besprochen wurde. Es handelt sich hier ausschließlich um die Phantasien, die öfters als Begleiterscheinungen der Selbstbefriedigung auftreten, und zwar nur um eine Art derselben. Sadger sowie wohl alle, die sich mit der Untersuchung dieser Probleme besonders eingehend befaßt haben, sieht in den betreffenden Phantasien das psychologisch wichtigste Moment dieser Angewohnheit; auch bezeugen Abrahams und Brills Untersuchungen wie weit von der anscheinend sexuellen Sphäre der Patient durch dieses Phantasieren abgebracht wird.
Der Krankheitsfall, den ich beschreiben will, betrifft einen Mann im Alter von 55 Jahren, Rechtsanwalt von Beruf, von guter Herkunft, zu der besten Gesellschaft gehörend, einen hochgebildeten, uneigennützigen und kräftigen Mann, mit ungewöhnlich feinen Familientraditionen. Überall sowohl geistig als auch körperlich für gesund geltend, klagte er, als er zum erstenmal zu mir kam, zunächst nur über Niedergeschlagenheit, besonders frühmorgens, und über den Hang zu schmerzlichen Rückerinnerungen. Im weiteren Gespräch beschwerte er sich aber wiederholt über eine eigentümliche Entfremdung, die — bei gegenseitiger zärtlicher Neigung — dennoch allmählich, im Verlauf des letzten Jahres, zwischen seiner achtzehnjährigen Tochter und ihm entstanden war. Im vergangenen Sommer war er mit dieser Tochter im Ausland gewesen. Er hatte die Reise abgespannt und niedergeschlagen angetreten und gehofft, unter