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Die vorstehenden Arbeiten Abrahams und Jones' geben eine fast erschöpfende Würdigung der Bedeutung, die die Beziehungen zu den Großeltern oft für das ganze Leben der Enkelkinder gewinnen. Im Anschlüsse daran möchte ich einige Beobachtungen, die ich über diesen Gegenstand sammelte, kurz zusammenfassen.
Ich fand, daß der Großvater die Phantasie des Kindes in zweifacher Weise beschäftigt. Einerseits ist er ihm wirklich der imposante Greis, der sogar dem sonst allmächtigen Vater Achtung gebietet, dessen Autorität es sich also aneignen und in seiner Auflehnung gegen den Vater ausspielen möchte. [Abraham, Jones.] Anderseits ist er aber auch der hilflose, schwache, alte Mann, dem der Tod nahe bevorsteht, der sich mit dem kräftigen Vater in keiner Hinsicht (besonders in der sexuellen nicht) messen kann, daher für das Kind ein Objekt der Geringschätzung wird. Sehr oft ist es gerade die Person des Großvaters, die dem Enkelkind zum erstenmal das Problem des Todes, das endgültige „Wegsein“ eines Angehörigen nahebringt und das Kind kann dann seine feindseligen aber ob der Ambivalenz verdrängten Phantasien über den Tod des Vaters auf den Großvater verschieben. „Wenn der Vater meines Vaters sterben kann, wird auch mein Vater einmal sterben (und ich in den Besitz seiner Vorrechte gelangen)“: so etwa lautet die Phantasie, die sich hinter Deckerinnerungen und Deckphantasien, welche sich mit dem Tode des Großvaters beschäftigen, zu verstecken pflegt. Durch den Tod des Großvaters wird übrigens die Großmutter ledig; manches Kind greift nun (um das Leben des Vaters zu schonen und die Mutter doch allein besitzen zu können) zum Auskunftsmittel, daß es in der Phantasie den Großvater sterben läßt, die Großmutter dem Vater schenkt, und sich die Mutter behält. „Ich schlafe mit meiner Mama, du sollst mit deiner Mama schlafen“1) denkt das Kind und kommt sich dabei gerecht und großmütig vor.