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Eine junge Dame hat folgende, nach ihrer eigenen Aussage höchst sonderbare Begebenheit erlebt, die von Zeugen derselben in übereinstimmender Weise bestätigt wird.
Sie soll die von ihrem Taschengeld bestrittenen Ausgaben am Ende der Woche ihrer Mutter verrechnen und es zeigt sich, daß ihr eine Krone fehlt, was die Mutter bei weitem nicht so schwer nimmt, wie die Tochter, die jede Möglichkeit der Ausgabe ausschließt, um endlich nach unzweifelhafter Konstatierung des Defizits in Tränen auszubrechen. Die Mutter sucht sie zu beruhigen, sie werde sich schon der Ausgabe entsinnen oder solle den geringfügigen Verlust doch verschmerzen. Die Tochter erbringt einen förmlichen Alibibeweis, daß sie gar keine Möglichkeit zur Ausgabe gehabt habe, sich aber auch nicht denken könne, wo sie das Geldstück aus ihrer wohl verschlossenen Börse, die sich noch dazu im Täschchen befand, verloren haben könnte. Sie gibt der Vermutung Ausdruck, ob nicht die Mutter selbst vielleicht sich das Geldstück entliehen und daran vergessen habe. Das wird entschieden in Abrede gestellt.
Nach einer Weile springt die Verlustträgerin plötzlich auf mit den Worten: „Das ist doch merkwürdig! Jetzt fällt mir ein Traum ein, den ich diese Nacht hatte und in dem ich seltsamerweise eine Krone erhalten habe. Das sieht doch so aus, als hätte mich der Traum für den Verlust entschädigen wollen. Mir träumte, daß Karl (ein Verwandter) zu Besuch käme. Er sagte, als er eintrat: Rate einmal, was ich dir mitgebracht habe! Ich sagte: Ich weiß nicht. Da drückte er mir etwas in die Hand. Ich sah nach und fand, daß es eine Krone war, und zwar eine etwas schäbige Jubiläumskrone, mit einer Öse zum Anhängen (als Schmuckstück).“
Eine Deutung dieses Traumes, der die Kenntnis des Unbewußten vom Verlust und den Wunsch nach Entschädigung deutlich verrät, wurde nicht vorgenommen, doch ist bemerkenswert, daß mit Aufhebung dieser Sperrung (die Erinnerung an den Traum war bis zu dem Moment überhaupt nicht vorhanden gewesen) weitere Einfälle na