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Van Renterghem schildert in dieser Schrift über „Freud und seine Schule“ zunächst in knapper Form die Entstehung der Psychoanalyse aus der kathartischen Methode. Er gibt dann einen Überblick über die weitere Entwicklung der Lehren Freuds und ihre Schicksale in der ärztlichen Welt. Er wendet sich mit Entschiedenheit gegen diejenigen, welche die Psychoanalyse a priori ablehnten oder sie totschwiegen oder verspotteten. Besonders würdigt er die Anteilnahme der Züricher Schule am Ausbau und an der Propagierung der Lehre. Auch die Versuche einzelner Ärzte, die psychoanalytische Technik zu modifizieren, werden besprochen.
Schließlich stellt der Verfasser die Psychoanalyse den suggestiven Methoden sowie den sonstigen therapeutischen Bestrebungen gegenüber, welche sich an das Bewußtsein des Patienten wenden. Er kommt zu dem Resultat, daß allen diesen Methoden nur eine symptomatische oder palliative Wirkung zukomme; die Psychoanalyse allein ermögliche die Auffindung und Beseitigung der Krankheitsursachen.
Verfasser weist darauf hin, daß die Psychoanalyse sich historisch aus der hypnotischen Suggestion entwickelt habe. Letztere sei durch die Psychoanalyse nicht entbehrlich geworden, behalte vielmehr ihr bestimmtes Indikationsgebiet, besonders da, wo ein rasches therapeutisches Eingreifen erforderlich sei. Trotz hoher Wertschätzung der Hypnose steht Verfasser nicht an, zu erklären, daß vor der Psychoanalyse „das Licht der hypnotischen Therapie erbleichen müsse“. Zu diesem Resultat gelangt ein Arzt, der selbst durch viele Jahre das hypnotische Verfahren ausgeübt hat, und der als Gelehrter und Fachmann gerade auf diesem Gebiet großes Ansehen genießt.
Die Schrift, welche in erster Linie die therapeutischen Gesichtspunkte hervorhebt, würdigt daneben auch die wissenschaftlichen Resultate der Psychoanalyse in vorurteilsloser Weise.
Abraham.