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Freuds Forschungen haben unser Wissen von der Sexualität so bereichert, nuanciert und detailliert, daß die Fachausdrücke — wenn sie auch um einige vermehrt wurden — lange nicht mehr ausreichen, um die neuen Auffassungen, Abstufungen von Empfindungen u. dgi. unterscheidend zu benennen.
Für den, der Ursachen und Zusammenhänge, wie sie sich psychoanalytisch ergeben haben, nicht kennt, ergibt sich dann reichliche Gelegenheit zu Mißverständnissen. Die Benennung „homosexuell“ enthält für den Fernerstehenden, der die Erweiterung des Begriffes Sexualität, die normale Bisexualität und den Anteil der Inversion an den sozialen Gefühlen nicht kennt oder ablehnt, in jedem Fall den Beiklang des Pathologischen und überdies etwas Herabsetzendes.
Die Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt hat, in einer idealen Jugendbewegung — dem „Wandervogel“, einem Knaben-, Jünglings- und Männerbund zwecks hygienisch-romantischer geselliger Wanderungen — den Beitrag an Inversionsneigung zu den dort herrschenden Empfindungskomplexen aufzudecken, wird sich daher durch Mißverständnis in den weiten Volkskreisen und den offiziellen wissenschaftlichen Kreisen undankbar erweisen.
Um so höher ist diese Arbeit, die auf dem Boden der Psychoanalyse steht, von unserer Seite zu werten, da sie ohne Bedenken und ohne viel ethischen Aufwand, aus der speziellen Erfahrung heraus, den sexuellen Beitrag an diesem eigenartig-romantischen sozialen Zusammenleben an Typen aufzeigt. Neben allen Abstufungen vom ausübenden Homosexuellen bis zum idealen Sublimierer fand der Autor einen „Vorfolgungstyp“, der sich dadurch auszeichnet,