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Die Arbeit Lomers zerfällt in zwei Teile: einen kulturhistorischgeschichtlichen und einen pathographischen. Von dem ersteren ist nichts wie Gutes zu sagen. Mit außerordentlichem Fleiß und großer Belesenheit ist zusammengetragen, was über Ignatius von Loyola und die Geschichte des Jesuitenordens bekannt geworden. Das Ganze erscheint übersichtlich geordnet und in fesselnder, ansprechender Weise erzählt. Wer sich ohne viele Sonderstudien auf diesem Gebiete unterrichten will, wird in Lomer einen kundigen Führer finden.
Minder gelungen jedoch bedünkt mich der pathographische Teil und in diesem besonders das Psychologische. Wohl hat der Psychiater Lomer schon einiges von Freud und seiner Schule gelernt, ob er dies auch nur wenig Wort hat. So erkennt er z. B. in einer Vision des Ignatius von der Mutter Gottes mit dem Jesukindlein einen sexuellen Wunschtraum, weiß von anderen, wie z. B. „eines weißen Körpers, von welchem Lichtstrahlen ausgehen“, daß „all diese Erscheinungen aus dem sexuellen Born geflossen“, ja er errät sogar ganz richtig, daß in der Wollust der Tränen die tiberquellende Sekretion nur ein Äquivalent des sonst verpönten Samenergusses ist. Neben diesem wenigen richtig Gedeuteten geht er aber achtlos und nicht selten ohne eine Spur von Verständnis an vielen anderen Zügen vorüber. Von diesen mannigfachen Lücken und Irrtümern will ich einiges aufs Geratewohl packen. Wenn Loyola von dem heiligen Ludwig von Gonzaga spricht, „der sich schon mit zwölf Jahren von seiner Mutter zurückzog, weil — sie eine Frau war“, so