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Freud, Die Traumdeutung, 19113, S. 204, bemerkt: „Die nahe Verbindung des Fliegens mit der Vorstellung des Vogels macht es verständlich, daß der Fliegetraum bei Männern meist eine grobsinnliche Bedeutung hat. Wir werden uns auch nicht verwundern zu hören, daß dieser oder jener Träumer jedesmal sehr stolz auf sein Fliegenkönnen ist.“ Dr. Paul Federn erklärt die Flugträume als Erektionsträume (Der Vogel erhebt sich!).
Frauen träumen oft, ein Vogel gehe in die Höhe. Die sexuelle Erklärung dafür ist der Wunsch nach der Versteifung des männlichen Gliedes. Vgl. W. Stekel, Nervöse Angstzustände und ihre Behandlung, 1912, S. 221. — Vom Vogel als Phallussymbol handelt auch A. Maeder, Essai d'inter-prétation de quelques rêves, Archives de Psychologie, VI, Nr. 24. — Der beflügelte Zumpt ist uns auch aus römischen Darstellungen wohl bekannt. Vgl. die Abbildungen bei J. Dulaure, Die Zeugung im Glauben, Sitten und Bräuchen der Völker, verdeutscht und ergänzt von Krauss, Reiskel und Ihm, Leipzig 1909, Taf. XXIV, Nr. 20; Taf. XXV, Nr. 23; Taf. XXVI, Nr. 22; Taf. XXVII und XXVIII, Nr. 25-28; Taf. LUI, Nr. 38; Nr. 76, 77, 78, 79, 80, 85, 87, 88, 89, 90, 91-94, 136, 137, 138, 140, 157, 162, 171, 179, 191, 192. — L. Günther, Die Bezeichnungen für die Freudenmädchen im Rotwelsch und in den verwandten Sprachen, Anthropophyteia, IX, 1912, S. 53 f., hebt hervor, man habe schon früh Vogelnamen auf leichtfertige Mädchen übertragen, gibt dafür mehrfach Belege und fügt in der Anmerkung 1 hinzu: „Hiemit im Zusammenhang steht wohl auch die sehr weit verbreitete Bezeichnung vögeln (schon mhd. vogelen) für „coire future“ (s. ber. die Angaben bei C. Müller in Anthrop., VIII, 16; nach Luedecke in Anthrop., V, 8 auch der mitteldeutschen Kundensprache bekannt, während es z. B. bei Ostwald fehlt [vögeln hier = pfeifen]. Denn diese bedeutet — nach richtiger Auslegung — wohl weniger „Vögel fangen“ (so: Koštiál in Anthrop., VII, 26, das hie und da allerdings gleichfalls für coire usw. vorkommt (s. Schwaab