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1. Kurz nach Vollendung seines vierten Lebensjahres kam mein Neffe einmal mit strahlendem Lächeln zu seinem Kinderfräulein gesprungen, das im Garten den Frühstückstisch besorgte, und verkündete voll Jubel: „Jetzt hab' ich Mutters neues Kleid zerschnitten.“ Das Fräulein glaubte, er halte sie zum Besten und schenkte ihm erst Gehör, als er fest bei seiner Aussage blieb, die auch der Tatsache entsprach. Drei bis vier lange zackige Schnitte liefen durch den Volant des Kleides. Zur Rede gestellt, gab er die stereotype Antwort: „Na, ich hab's halt getan.“ Von der Mutter bekam er ein paar Schläge auf die Hände, aus denen er sich augenscheinlich nicht allzuviel machte.
Beim Nachmittagsspaziergang kam endlich die für Laien recht unerwartete Lösung des Motivs seiner Missetat. „Du Tante,“ sagte der Kleine, „weißt du, eigentlich hab' ich geglaubt, daß die Mutter mich durchhauen wird; aber (in halb triumphierendem, halb bedauerndem Tone) sie hat's doch nicht getan.“ „O ja, du hast doch Schläge bekommen.“ „Ja, aber nur auf die Hand, aber ich hab' geglaubt, auf den Popo.“
2. Im Alter von fünf Jahren weilte er im Sommer mit seiner Mutter allein auf dem Lande. Um ihm Anschluß an gleichaltrige Kinder zu ermöglichen, hatte sie ihren Aufenthalt in einem Orte genommen, in dem sich ein Ferienheim für Kinder von vier Jahren aufwärts befand; dort verbrachte der Kleine die Tagesstunden.
Mutter und Kind erkranken an starkem Magen- und Darmkatarrh, besonders erstere leidet heftige Schmerzen. Eines Abends, dem ein für die Mutter recht übler Tag vorausgegangen ist, fragt sie ihren Jungen auf dem Heimweg, was er noch essen möchte, und bemerkt, sie wolle gleich alles Nötige mitnehmen, da ihr sehr unwohl sei. „Nein, nein,“ wehrt er weitere Einkäufe ab, „ich hab' schon im Institut Schinken gegessen; ich kann nichts mehr essen.“