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Ein etwa 5½ jähriger Knabe, bei welchem die Verdrängung der analerotischen Triebe ohne besondere Schwierigkeiten und recht vollständig vor sich gegangen ist und auch schön im stände gehalten wurde, erkrankt plötzlich unter Erscheinungen, die wohl die Verabreichung von Abführmitteln, doch nur in mäßiger Dosis und unter Ausschluß von Drasticis, zur Folge haben.
Die eingenommenen Purgan tien bleiben jedoch durch zwei Tage ohne jegliche Wirkung und da die Temperatursteigerung anhält, wird endlich eine mäßige Dosis Calomel eingegeben.
Zur Zeit nun, als das Calomel, vielleicht unterstützt von den anderen Mitteln, bereits seine Wirksamkeit entfalten konnte, stellt der bettlägerige Junge an seine Umgebung ganz plötzlich die Forderung — ihm Geld zum Spielen zu geben.
Trotzdem nun diesem Verlangen durch eine zufällig vorhandene größere Menge kleinerer Münzen in ausgiebigstem Maße immer wieder entsprochen wird, — wiederholt der kleine Patient zur größten Belästigung der Umgebung immer hartnäckiger die Worte: „Papa Geld!“
Trotzdem ihm frische Münzen hingereicht werden, wiederholt er diesen seinen Feldruf unermüdlich, mit der monotonsten Stimme, gewiß mehr als hundertmal; das sonst so brave Kind ist auch durch Ermahnungen und Einschüchterung davon nicht abzubringen, — bis endlich die verzweifelte Umgebung aus dem Zimmer flüchtet mit dem dunklen Eindruck, es hier mit einer vis major zu tun zu haben.
Wer das zwanghafte Treiben des Jungen, bei dem sich der durch Darmreizung geweckte analerotische Trieb in seiner bereits sublimierten Form, i. e. als Geldkomplex, so prompt und hartnäckig meldete, — beobachtet hat, für den hatte diese Szene den Wert und die Beweiskraft eines Experiments.
Dr. L. Jekels.