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Die über 100 Seiten umfassende Arbeit Jaspers' enthält eine methodologische Übersicht mit einer kurzen Kritik Freuds, einen Abschnitt über die Lehre von den reaktiven Psychosen, sowie zwei Krankengeschichten und ihre Analyse. Ein eingehendes Referat über die Arbeit zu geben, ist nicht meine Absicht; ich möchte nur Stellung zu ihr nehmen vom Standpunkt des Psychoanalytikers aus.
Es ist ein unbestreitbares Verdienst des Verfassers, in seiner methodologischen Übersicht ernstlich die Grundlagen der Psychologie als Wissenschaft zu untersuchen, so skizzenhaft in jenem Rahmen die Untersuchung auch ausfallen mußte. Man merkt aber, hier herrscht das Bedürfnis, diese Wissenschaft einerseits klar abzugrenzen von der Naturwissenschaft, anderseits zu bestimmen in ihren eigenen Grenzen, in ihrer Methodik und ihrer Leistungsfähigkeit.
Verfasser macht zunächst aufmerksam auf den prinzipiellen Unterschied zwischen verständlichen und kausalen Zusammenhängen. „Zum Beispiel verstehen wir eine Handlung aus Motiven, erklären wir eine Bewegung kausal durch Nervenreize/Zwischen der nur gleichnisweise kausal zu nennenden „Kausalität von innen“ und der „Kausalität von außen“ besteht ein unüberbrückbarer Abgrund. Zwar gibt es auch kausales Erklären in der Psychologie. „Immer müssen wir bei solchen kausalen Untersuchungen den phänomenologischen Einheiten oder den verständlichen Zusammenhängen etwas Außerbewußtes zu Grunde liegend denken und müssen so Begriffe von außerbewußten Dispositionen, Anlagen, seelischen Konstitutionen und außerbewußten Mechanismen verwenden. Diese Begriffe können jedoch in der Psychologie nicht zu alleinherrschenden Theorien entwickelt werden, sondern werden nur für die jeweiligen Untersuchungszwecke, soweit sie sich als brauchbar erweisen, benützt.“
Wir sehen also, daß es sich bei dem kausalen Erklären, das Jaspers für die Psychologie gelten läßt, um eine „psychophysische Kausalität“ handelt. „Phänomenologische Einheiten, z. B. eine Halluzination, eine Wahrnehmungsart, w