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„The Lancet“ über die Traumdeutung: Dr. William Brown, Leiter der psychologischen Abteilung in King's College, London, hielt im Frühjahr in der „Listerian Society of King's College Hospital“ einen Vortrag über „Freud's Theory of Dreams, der in „The Lancet“ vom 19. April (p. 1114) und 26. (p. 1182) d. J. abgedruckt ist. Brown anerkennt die Bedeutung der Traumlehre, bringt Beispiele von Traumdeutungen und erklärt Art und Ergebnisse der Traumanalyse. Er glaubt aber den Satz nicht unterstützen zu können, daß die Wunscherfüllung das Motiv alles Träumens sei: Furcht, Eitelkeit, Ekel seien ebenso ursprüngliche Affekte wie das Wünschen und kämen in Träumen überall vor, wo sie aus dem Bewußten ins Unbewußte verdrängt wurden. Um seine Behauptung zu stützen, führt er ein Bruchstück aus einem längeren Angsttraum an, ohne aber den latenten Inhalt des Traumes mitzuteilen. Einen großen Teil der Sexuallehre Freuds nimmt Brown an und fügt hinzu, Freud habe für die Psychologie so außerordentlich Wichtiges geleistet, daß nur eine durch Vorurteile verblendete Wissenschaft seine großen Verdienste in Abrede stellen könne.
In der Nummer vom 10. Mai 1913 (p. 1327) der führenden englischen Zeitschrift wird das Thema in einem Leitartikel neuerdings aufgegriflen. Es wird hervorgehoben, daß der Enthusiasmus Freuds sich ansteckend erwiesen habe und mit Recht, da sein Werk einen enormen Fortschritt in der Psychologie bedeute, insbesondere die Traumdeutung. Kein Widerstand könne auf die Dauer den bleibenden Wert von Freuds Leistung leugnen. Man könne übrigens die Traumdeutung voll akzeptieren, ohne die ganze übrige Freudsche Lehre anerkennen zu müssen. In der Frage der Rolle der Symbolik kann sich „The Lancet“ noch nicht entscheiden. Die Symbole seien bei verschiedenen Rassen, Völkern und auch einzelnen Personen verschieden, so daß es kein allgemeines Kriterium gebe.1) (Nach einem Bericht von Dr. M. D. Eder, London.)
In derselben Nummer des „Lancet“ (10. Mai, p. 1345) unterzieht sich Dr. Eder der d