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Über die Unterscheidung der Phantasien von den Erinnerungen wirklicher Vorkommnisse in der Traumdarstellung sagt Freud in der Traumdeutung
folgendes: „Daß es Phantasien und nicht Erinnerungen der tatsächlichen Vorgänge sind, die so im Traume dargestellt werden, zeigt die Traumdeutung selbst nicht an; dieselbe liefert uns nur einen Gedankeninhalt und überläßt es uns, dessen Realitätswert festzustellen. Wirkliche and phantasierte Begebenheiten erscheinen hier — und nicht nur hier, auch bei der Schöpfung wichtigerer psychischer Gebilde — zunächst als gleichwertig.“ Es dürfte nicht ohne Interesse sein, im nachstehenden einen Traum kennen zu larnen, in dem die Phantasie durch die Darstellung selbst als solche gekennzeichnet ist. Vexiertraum nenne ich ihn, weil er gerade mit der dargestellten Phantasie die Absicht vorfolgt haben dürfte, die Ärztin aufs Eis zu führen und sie lächerlich zu machen, in dem, was ihr die Patientin gern vorwarf: in ihrem „Forschen“ nach sexuellen Erlebnissen.
Traumstück: Gehe mit meinem Mann über eine eiserne Brücke, erfasse ein Stuck Eisen und schabe au Rost und Farbe, daß das Abgekratzte in eine Tüte fällt.
Ein Maschinenschlosser kommt herzu, konstatiert, daß ich die Brücke beschädigte.
Schreibt die Anklage, indem er mir gegenüber sitzt. Ich denke, wozu hat der Mann Watte quer über im Munde auf den Zähnen, es sticht gegen den schwarzen Vollbart so sehr ab. Bei näherem Hinsehen entdecke ich, daß dos nicht Watte, sondern weiße Flüssigkeit ist, die im Munde läuft und bis auf den Bart kommt, aber stets zurückgeht. Ich lese die Anklageschrift und moquiere mich, daß er sich erlaubt hat, von mir als „Kunde“ zu reden, das soi erniedrigend für mich. Er meint nun, wenn ich eine Brücke zerstörte, so sei dos gerade passend.
Ich frage, er wisse wohl nicht, daß man so etwas im Unbewußten tue, worauf mein Mann mir beipflichtet, daß ich da nichts dafür könne. Aber von einem solchen Manne könne man die Kenntnis nicht verlangen, der habe sein Lebtag noch nie von